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China eröffnet 3.400 Meilen lange arktische 'Ice Silk Road', da die Hormus-Route ins Wanken gerät

Chinas Sea Legend Line hat einen 3.400 Meilen langen arktischen Schifffahrtsdienst gestartet, der die Durchlaufzeit halbiert und eine Absicherung gegen Störungen in der Straße von Hormus bietet, jedoch mit saisonalem Eis und russischer Kontrolle konfrontiert ist.

Chinesisches Containerschiff, das eisige arktische Gewässer auf der neuen Ice Silk Road Route durchquert

Sea Legend Line kündigte am Samstag den Start eines regulären Containerschiffsverkehrs an, der durch die Arktis entlang der Nördlichen Seeroute verläuft. Die 3.400 Meilen lange Strecke führt vom chinesischen Industriezentrum Ningbo zum britischen Hafen Felixstowe und dauert etwa 20 Tage, also etwa die Hälfte der Zeit, die die traditionelle Route über den Suezkanal benötigt.

Neuer arktischer Korridor

Der Dienst, den man die „Ice Silk Road" nennt, folgt einem Pfad entlang der nördlichen Küste Russlands. Er stellt die erste kommerzielle Nutzung der Route durch einen chinesischen Betreiber nach einer erfolgreichen Testfahrt im Oktober dar. Das Unternehmen hofft, die Segelsaison von zwei Monaten in diesem Jahr auf drei Monate im nächsten Jahr und vier Monate im darauffolgenden Jahr auszudehnen, mit dem langfristigen Ziel eines ganzjährigen Betriebs.

"Das langfristige Ziel für die arktische Route ist die Verlängerung der befahrbaren Saison", sagte Li Xiaobin, Chief Operating Officer von Sea Legend Line, dem chinesischen Wirtschaftsmagazin Caixin im vergangenen Jahr. "Unser Ziel ist es, die Segelsaison von zwei Monaten in diesem Jahr auf drei Monate im nächsten Jahr und vier Monate im darauffolgenden Jahr auszudehnen und schließlich einen ganzjährigen Betrieb zu erreichen."

Warum der Wechsel wichtig ist

Störungen in der Straße von Hormus nach jüngsten US- und israelischen Angriffen auf den Iran, zusammen mit Houthi-Attacken auf den Bab al-Mandab, haben Verlader gezwungen, nach Alternativen zu suchen. Längere Umwege haben die Treibstoff- und Versicherungskosten in die Höhe getrieben und Lieferketten in Europa und Asien verunsichert. Durch die Verkürzung der Reisezeit bietet die arktische Route ein mögliches Gegengewicht zu dieser Volatilität.

Auch wärmere arktische Temperaturen haben eine Rolle gespielt. Forschungen der University of Southampton zeigen, dass die über zwei Jahrzehnte anhaltende Verlangsamung des Meereisabbaus im letzten Jahr endete, sodass die Route für einen größeren Teil des Jahres nutzbar ist.

Herausforderungen und der Weg nach vorn

Trotz seines Potenzials steht der Korridor vor mehreren Hürden. Saisonales Eis schränkt die Navigation weiterhin ein, und die Route liegt größtenteils unter der Hoheitsgewalt von Russland. Die russische Staatsgesellschaft Rosatom erteilt Genehmigungen über die Verwaltung der Nördlichen Seeroute und stellt Eisbrecher zur Begleitung der Schiffe bereit.

Analysten weisen darauf hin, dass die arktische Route kein vollständiger Ersatz für traditionelle Passagen ist. Nur eine Handvoll Containerschiffe hat die Strecke in den letzten Jahren genutzt, und ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit bleibt ungewiss. Dylan Loh, außerordentlicher Professor an der Nanyang Technological University, warnte, dass mehr Zeit nötig sei, um Umwelt-, Finanz- und Zuverlässigkeitsfaktoren zu bewerten, bevor die Route als echte Alternative gelten kann.

Vorerst dient die „Ice Silk Road" als strategische Option, die Chinas Anfälligkeit für das sogenannte „Malakka-Dilemma", das Risiko einer Seeblockade der Straße von Malakka, verringern könnte, während sich die geopolitische Lage im Nahen Osten weiterentwickelt.