Was den Embargo auslöste
United Arab Emirates-Beamte bestätigten am Mittwoch, dass sie den gesamten Handel und alle Finanztransaktionen mit Iran aussetzen, nachdem am Dienstagabend zwei ballistische Raketen über dem Persischen Golf gesichtet wurden. Die Raketen, die ins Wasser fielen, lösten landesweite Schutzraumwarnungen aus, die erste solche Warnung seit Wochen.
Warum die Entscheidung wichtig ist
Das Embargo erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Iran bereits unter umfangreichen US-Sanktionen und einer maritimen Blockade steht. Mohammad Farzanegan, Professor für Nahost-Wirtschaft an der Universität Marburg, erklärte, dass die VAE seit langem als entscheidendes Re-Export-Drehkreuz für Teheran fungieren und dem Land ermöglichen, trotz Sanktionen Waren aus Drittländern zu erhalten. „Der Iran ist daher stark von den VAE abhängig, nicht weil die VAE selbst ein Drittel der iranischen Importe produzieren, sondern weil sie ein wichtiges Tor für den Iran darstellen, um an Waren aus Drittländern und an kommerzielle Infrastruktur zu gelangen", sagte er der Associated Press.
„Jede Hilfe oder Erleichterung, die dem aggressiven US-Militär gewährt wird, entspricht einer Teilnahme an den US-Militärkräften", sagte der Stabschef des Iran Gen. Ali Abdollahi in einer Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur Fars.
Vor dem Konflikt machten die VAE mehr als 30 % der iranischen Importe aus, etwa 21 Milliarden Dollar, und rund 13 % der Exporte, im Wert von 7 Milliarden Dollar, laut Welthandelsorganisation. Das Kürzen dieser Ströme erhöht nicht nur den Druck auf Teheran, sondern gefährdet auch die eigene Wirtschaft der VAE, die auf regionale Stabilität angewiesen ist, um ihre Rolle als Finanz- und Tourismushub zu erhalten.
Was könnte als Nächstes passieren?
Das Außenministerium der VAE erklärte, dass die Aussetzung „bis auf Weiteres" bestehen bleibt, während das Land weiterhin zu Dialog und regionaler Integration verpflichtet sei. Gleichzeitig bereitet die Vereinigten Staaten weitere wirtschaftliche Maßnahmen vor, die darauf abzielen, den Iran weiter zu isolieren, wie Finanzminister Scott Bessent anmerkte.
Im größeren strategischen Kontext haben Irans Versuche, den Verkehr durch die Straße von Hormus zu kontrollieren, ein Engpass, durch den etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasvolumens fließt, bereits zu Angriffen auf Schiffe der staatlichen ADNOC aus Abu Dhabi geführt. Da der Seeverkehr auf einen Bruchteil des Vor-Krieg-Niveaus gesunken ist, steigt das Risiko einer weiteren Eskalation in der Region.
Analysten warnen, dass das Embargo der VAE nach hinten losgehen könnte, falls sich der Konflikt ausweitet, was Lieferketten stören und Investitionen abschrecken könnte. Die nächsten Schritte werden wahrscheinlich diplomatische Annäherungen der Golfstaaten, eine mögliche UN-Vermittlung und die Beobachtung weiterer Raketenaktivitäten im Golf umfassen.

