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Doron Blachar lenkt Ormats geothermischen Aufschwung, um KI-Rechenzentren mit Strom zu versorgen

Ormat Technologies führt in Nevada zwei Pilotprojekte für erweiterte Geothermie durch, um dem schnell wachsenden KI-Rechenzentrumssektor saubere Grundlast-Stromversorgung zu bieten, wobei CEO Doron Blachar zuversichtlich ist, dass die Projekte ein rasches Wachstum ermöglichen werden.

Ormat-Geothermieanlage in Nevada mit Bohranlagen für den Pilotversuch eines erweiterten geothermischen Systems

Ormat Technologies hat den Start von zwei Pilotprojekten für Erweiterte Geothermische Systeme (EGS) in Nevada angekündigt, in Partnerschaft mit dem Geothermie-Start-up Sage Geosystems und dem Öl-Dienstleistungsriesen SLB. Die Pilotprojekte sollen zuverlässige, kohlenstoffarme Energie für die stark wachsende Nachfrage von KI-Rechenzentren im Westen der Vereinigten Staaten bereitstellen.

Was die Pilotprojekte beinhalten

Der erste Pilot, der gemeinsam mit Sage durchgeführt wird, wird an Ormats Blue-Mountain-Anlage installiert, während der zweite, zusammen mit SLB, in der Desert-Peak-Einrichtung stattfinden wird. Beide Standorte liegen in Nevada, einem Bundesstaat mit reichen geothermischen Ressourcen. Ormat rechnet damit, dass die Bohrungen bald beginnen und plant, die Anlagen bis Ende 2027 in Betrieb zu nehmen.

"Wir befinden uns in einer sehr seltenen Situation, in der alle Sterne exakt zur richtigen Zeit stehen," sagte Doron Blachar gegenüber EuroHerald. "Wir haben die Hyperscaler und die KI-Nachfrage. Das versetzt uns im Grunde genommen in eine Lage, in der wir eine unendliche Nachfrage nach unserem Produkt sehen. Je mehr Strom wir erzeugen können, desto mehr verkaufen wir, und wir haben in den letzten Jahren umfangreiche Explorationen in den USA durchgeführt."

Warum dieser Schritt wichtig ist

KI-Modelle benötigen enorme Rechenleistung, und Betreiber von Rechenzentren kämpfen um saubere, kontinuierliche Stromversorgung. Geothermische Energie liefert Grundlastenergie, die nicht vom Wetter abhängt, und ist daher für sowohl demokratische als auch republikanische Entscheidungsträger in den USA attraktiv. Diese parteiübergreifende Anziehungskraft verschafft Ormat einen strategischen Vorteil gegenüber Wind- und Solarenergie, die stärker politischer Prüfung ausgesetzt sind.

Ormat betreibt bereits weltweit 1,85 Gigawatt geothermische Kapazität, genug für etwa 1,4 Millionen US-Haushalte, und plant, bis 2028 durch traditionelle Anlagen und Batteriespeicher 2,8 Gigawatt zu erreichen. EGS könnte diese Zahl deutlich erhöhen, da es tiefere, heißere Reservoirs erschließen kann und potenziell 500 Megawatt pro Projekt liefern könnte, deutlich mehr als die derzeitige jährliche Erweiterung von etwa 100 Megawatt des Unternehmens.

Finanzieller Hintergrund und Marktpositionierung

Im ersten Halbjahr 2026 meldete Ormat einen Umsatz von 662,7 Millionen Dollar, ein Plus von 43 % gegenüber dem Vorjahr, und einen Nettogewinn von 71,2 Millionen Dollar, ein moderates Wachstum von 4 %. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt bei etwa 6,75 Milliarden Dollar nach einem Kursanstieg von 20 % im vergangenen Jahr. Im Vergleich dazu fiel die Bewertung des reinen EGS-Start-ups Fervo, das Anfang dieses Jahres an die Börse ging, von 10 Milliarden Dollar auf rund 5 Milliarden Dollar nach frühen Rückschlägen.

Wie die Pilotprojekte gebaut werden

Ormats neues Ormega100-Kraftwerksdesign vereinfacht die Ausrüstung und reduziert bewegliche Teile, ein Schritt, der EGS-Projekte in großem Maßstab kostengünstiger machen soll. Das Unternehmen nutzt seine langjährige Erfahrung in Landakquisition, Genehmigungen und Netzanbindung, was es laut eigenen Angaben gegenüber Wettbewerbern einen Vorteil verschafft.

Beide Pilotprojekte werden Bohrtechniken aus dem Öl- und Gassektor einsetzen, bei denen Bohrungen horizontal bis zu acht Kilometer reichen können, um tiefe Wärmequellen zu erreichen. Diese Technologie, die vor zwanzig Jahren noch nicht verfügbar war, macht EGS heute wirtschaftlich rentabel.

Was als Nächstes kommt

Sobald die Pilotprojekte in Nevada betriebsbereit sind, plant Ormat, das Modell an Standorten zu replizieren, die kürzlich in New Mexico, Oregon und Idaho erworben wurden, und bleibt optimistisch hinsichtlich Texas als zukünftigem Markt. Erfolgreiche Pilotprojekte könnten mehrere 500-Megawatt-Projekte freischalten, den Beitrag des Unternehmens zu den US-Zielen für saubere Energie beschleunigen und eine stabile Stromversorgung für KI-Giganten wie Google und den Rechenzentrums-Entwickler Switch gewährleisten, die bereits mit Ormat zusammenarbeiten.

Langfristig hofft das Unternehmen, seine Geothermie- und Batteriespeicher-Geschäfte zu kombinieren, um integrierte, kohlenstoffarme Energielösungen für ein breites Kundenspektrum anzubieten, von Versorgungsunternehmen bis hin zu hyperskaligen Cloud-Anbietern.