Flemming Ørnskov, CEO der Schweizer Dermatologiegruppe Galderma, hat ein Engagement von mehr als $650 Millionen bestätigt, um die Produktionskapazität in den Vereinigten Staaten bis 2030 auszubauen. Der Plan folgt einer breiteren Welle europäischer Unternehmen, die Kapital über den Atlantik verlagern.
Warum Europa nach Amerika blickt
Direktinvestitionen aus Europa in die Vereinigten Staaten stiegen bis Ende 2025 um $266 Milliarden auf $5.86 Billionen, wobei die Fertigung nach wie vor der dominierende Sektor ist. Europäische Unternehmen werden von der Größe des US-Verbrauchermarktes, tiefen Kapitalpools und einem Talentpool angezogen, der die Produktentwicklung beschleunigen kann. Die Verlagerung der Produktion auf amerikanischen Boden bietet zudem einen Schutz gegen Zolllasten, ein Aspekt, der von Politikern, die greifbare wirtschaftliche Erfolge suchen, begrüßt wird.
Galdermas Wachstumsstrategie
Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Galderma einen Umsatz von $5.24 Milliarden, wobei die Vereinigten Staaten 40 Prozent des Verkaufsvolumens ausmachten und den am schnellsten wachsenden Markt darstellten. Das Portfolio umfasst bekannte Marken wie Cetaphil, Alastin sowie injizierbare Füllstoffe wie Sculptra und Restylane. In einem Interview sagte Ørnskov:
"If you want to succeed, you have to succeed in the United States,"
und fügte hinzu, dass der wettbewerbsorientierte Fokus des Unternehmens darauf liege, die Lücke zu Allergan Aesthetics, dem AbbVie-geführten Marktführer für Botox und Juvéderm, zu schließen.
Die richtigen Standorte wählen
Ørnskov erklärte, dass der neue US-Sitz in Miami angesiedelt wird, ein Knotenpunkt, der einer schnell wachsenden Verbraucherschicht dient und ein Tor zu Lateinamerika bildet. Ein zweiter Standort ist für Orange County, Kalifornien, geplant, da das ästhetische Geschäft stark auf spezialisierte Fachkenntnisse angewiesen ist, die in dieser Region konzentriert sind. Fort Worth, Texas, bleibt ein wichtiger Vertriebsstandort.
Regulatorische Hürden und nächste Schritte
Der CEO räumte ein, dass die Vereinigten Staaten die höchsten Standards für die Zulassung ästhetischer Produkte verlangen, was den Markteintritt besonders anspruchsvoll mache. Dennoch bestätigte er, dass Galderma diese Standards erfüllen werde, um seine Position zu sichern. Die Investition von $650 Millionen soll neue Produktionslinien, F&E-Einrichtungen und Mitarbeiterschulungen finanzieren, mit dem Ziel, den US-Marktanteil zu erhöhen und eine Parität mit Allergan zu erreichen.
Während die Investition umgesetzt wird, werden Analysten beobachten, ob Galderma das eingesetzte Kapital in eine stärkere Umsatzentwicklung umsetzen kann und ob der breitere europäische FDI-Trend die transatlantische Unternehmenslandschaft weiter umgestaltet.

