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Michael Boyle treibt HPs KI-Vorstoß in Asien voran

Der Senior Vice President von HP, Michael Boyle, nutzt KI-generierte Soundtracks am Changi Airport in Singapur und steuert das Unternehmen in Richtung KI-gestützter PCs, in der Hoffnung, das Wachstum im asiatischen Markt wiederzubeleben.

Michael Boyle bei einer HP-Veranstaltung mit KI-Musikdisplay in Singapur

Michael Boyle, Senior Vice President und Managing Director für Greater Asia bei HP, sagte gegenüber Reportern, dass die Musik, die durch den Changi Airport schwebt, in Echtzeit von künstlicher Intelligenz erzeugt wird. Der Soundtrack passt sich Wetter, Besucheraufkommen und Tageszeit an und bietet Reisenden ein dynamisches Audioerlebnis.

"Wenn Sie durch Changi gehen, hören Sie einen Soundtrack, der buchstäblich KI ist", sagte Boyle.

KI-Soundtrack und der Garage 2.0-Accelerator

Die Stücke werden von dem singapurischen Start-up Wubble AI produziert, das im Juli in das Accelerator-Programm „Garage 2.0" von HP eingetreten ist, nachdem das Unternehmen das Projekt unterstützt hatte. Garage 2.0, das im Oktober 2025 gestartet wurde, belebt den Geist der ursprünglichen Garage von HP in Palo Alto, in der die Gründer Bill Hewlett und Dave Packard erstmals Computer bauten.

HP führt das Programm zusammen mit der globalen Risikokapitalfirma Antler durch, die in mehr als 1.400 Unternehmen in 30 Märkten investiert hat. Boyle meint, die schnelllebigen Start-ups geben Aufschluss darüber, was die Komplexität einer großen Matrixorganisation durchdringen kann.

HPs asiatisches Erbe und aktuelle Marktanteile

HP eröffnete 1969 sein erstes asiatisches Büro in Singapur und baute ein Jahr später ein Werk in Redhill, wo ein bescheidener Mitarbeitendenstamm den ikonischen HP-25-Rechner zusammenbaute. Heute betreibt die Gruppe Fabriken und Lieferketten-Zentren in China, Thailand und Vietnam sowie Call-Center in Malaysia und Indien. Die asiatische Region trug im letzten Quartal (Mai-Juli) etwas mehr als 25 % zum Umsatz von HP bei.

Von Druckern zu KI-gestützten PCs

Obwohl HP nach wie vor für seine Drucker bekannt ist, weist Boyle die Vorstellung zurück, dass das Drucken ausstirbt, und verweist auf die anhaltende Nachfrage im Bildungs- und Gesundheitswesen. Seit dem letzten Jahr hat das Unternehmen KI-verbesserte Drucker eingeführt, die Microsoft Copilot integrieren und es Nutzern ermöglichen, aus einer gemeinsamen Cloud zu drucken und KI-Zusammenfassungen gescannter Dokumente zu erzeugen.

Der Druckerumsatz sank im letzten Quartal um 2,2 %, was auf eine schwächere Nachfrage in China und veränderte Konsumgewohnheiten zurückzuführen ist. Um dem entgegenzuwirken, setzt HP auf KI-fähige Personal Computer. Das Unternehmen stellte 2024 seine ersten KI-Laptops vor, darunter den OmniBook X AI PC und den EliteBook Ultra AI PC.

Interim-CEO Bruce Broussard sagte Analysten, dass KI-PCs bis zum Jahresende voraussichtlich die Hälfte aller HP-Lieferungen ausmachen werden.

"Die KI-PCs scheinen eine gute Idee zu sein, um sowohl für die Kunden (geringere Cloud-Abhängigkeit, niedrigere Token-Kosten) als auch für HP selbst (Premium-Preise) Wert zu schaffen", sagte Nitin Pangarkar, außerordentlicher Professor für Unternehmensstrategie an der National University of Singapore.

Experten warnen, dass Wettbewerber KI-Funktionen schnell nachahmen können, was die Margen schmälern könnte, sofern HP keine proprietäre Technologie sichert.

"Die eigentliche Prüfung für HP ist, ob KI zu einem Leitprinzip des Geschäfts wird und nicht nur ein Feature, das auf ein bestehendes Portfolio aufgeschlagen wird", bemerkte Tan Joo Seng, außerordentlicher Professor an der Nanyang Technological University in Singapur.

Die Einführung von KI-PCs variiert in der Region. In Japan zum Beispiel warten Unternehmen auf überzeugende Nachweise, bevor sie investieren. Die Geräte kosten 10-30 % mehr als Standard-PCs, weil sie eine Neural-Processing-Unit (NPU) enthalten, die KI-Aufgaben lokal verarbeitet und so Latenz, Token-Kosten und Datenschutzbedenken reduziert.

Zukünftige Schritte und die Rolle von KI-Assistenten

Früher in diesem Jahr stellte HP HP IQ vor, einen virtuellen Assistenten im Gerät, der ein 20-Milliarden-Parameter-Modell ohne Cloud-Abhängigkeit ausführt. Boyle prognostiziert, dass solche Assistenten innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate zum Standard werden, da Unternehmen die Token-Kosten senken wollen.

Außerhalb des Vorstands ist Boyle Musiker. Er komponierte eine Hymne zum Thema „Greater Asia" mit Wubble AI und ließ sein Team das Stück aufführen. Er sagt, das menschliche Element mache die Musik einprägsam.

Boyle wird diese Initiativen beim EuroHerald Leaders Forum in Macau am 8. September diskutieren.