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Michael O'Leary warnt: Ryanair-Preise könnten steigen, wenn Öl über 100 $ pro Barrel bleibt

Ryanair-Chef Michael O'Leary warnte, dass die Fluggesellschaft bei Ölpreisen über 100 $ pro Barrel möglicherweise die Preise erhöhen muss, trotz ihrer langjährigen Kraftstoff-Absicherungsstrategie, die die Tickets billig gehalten hat.

Ryanair-Flugzeug auf der Landebahn mit Kraftstoffpreisanzeige

Michael O'Leary, CEO von Ryanair, sagte am Donnerstag gegenüber Reportern, dass anhaltende Ölpreise über 100 $ pro Barrel zu einem spürbaren Anstieg der europäischen Flugpreise führen könnten. Die Warnung folgt auf eine Phase, in der die irische Billigfluggesellschaft auf ein robustes Kraftstoff-Absicherungsprogramm gesetzt hat, um die Passagiere vor schwankenden Treibstoffkosten zu schützen.

Warum die Warnung wichtig ist

Seit seiner Gründung in den 1990er-Jahren hat Ryanair sein Geschäftsmodell auf ultraniedrige Tarife aufgebaut, eine Strategie, die die Finanzkrise 2008 und die Covid-19-Pandemie überstanden hat. Zentral für dieses Modell war die Praxis, 70-90 % seines Kerosinbedarfs zu festgelegten Preisen abzusichern, ein Vorgehen, das der Fluggesellschaft ermöglichte, plötzliche Kostensteigerungen nicht an die Reisenden weiterzugeben.

Allerdings hat die jüngste Eskalation des Konflikts im Nahen Osten Brent-Rohöl über die Marke von 100 $ pro Barrel getrieben, und die Kerosinpreise in Europa sind laut der International Air Transport Association auf etwa 180 $ pro Barrel gestiegen. Die neueste Unternehmensmitteilung von Ryanair zeigt, dass 80 % des Kraftstoffs bis zum nächsten März zu 67 $ pro Barrel abgesichert sind, während der verbleibende Teil nun den Marktpreisen ausgesetzt ist.

Mögliche Auswirkungen auf die Passagiere

„Wenn die Ölpreise bis zum nächsten Jahr hoch bleiben, denke ich, dass es zu einem deutlichen Anstieg der Flugpreise kommen wird, und wir würden das gerne vermeiden", sagte O'Leary.

Die Fluggesellschaft hat bereits als Vorsichtsmaßnahme ihren Winterfahrplan gekürzt, und ihr Finanzvorstand Neil Sorohan räumte ein, dass das Unternehmen Preiserhöhungen nicht ausschließt. „Wir haben nicht versprochen, keine Preiserhöhungen vorzunehmen", sagte Sorohan gegenüber CNBC. „Wir setzen die Preise, um die Flugzeuge zu füllen, und die Verbraucher entscheiden im Wesentlichen, wie diese Preisgestaltung ausfallen wird."

Wie es weitergeht für Ryanair und den gesamten Sektor

Ryanair ist nicht allein unter Druck. Große Fluggesellschaften wie Lufthansa und United Airlines haben tausende Flüge gestrichen, während US-Carrier zusätzliche Servicegebühren erhoben haben, um die höheren Treibstoffkosten auszugleichen. Die gesamte Branche beobachtet, ob Ryanair seine Tarifstruktur anpassen oder weitere Absicherungsmaßnahmen ergreifen wird.

Analysten gehen davon aus, dass Ryanair bei anhaltend hohen Ölpreisen sein Versprechen niedriger Preise mit der Notwendigkeit, profitabel zu bleiben, abwägen muss, was die Wettbewerbsdynamik im europäischen Kurzstreckenverkehr potenziell neu gestalten könnte.