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Öl steigt über $100 pro Barrel, während Diesel Rekord von $5.94 pro Gallone erreicht

Die Ölpreise durchbrachen die $100-Marke nach Angriffen auf Einrichtungen im Nahen Osten, trieben den Diesel auf historisch $5.94 pro Gallone und veranlassten Analysten, vor weiterer Volatilität zu warnen.

Öl-Barrel vor einer Kulisse von Öl-Anlagen im Nahen Osten

Die Ölpreise sprangen am Mittwoch über die Marke von $100 pro Barrel, wobei Brent crude $100.72 erreichte und das U.S. benchmark crude auf $95.25 kletterte. Der Sprung folgt einer Reihe von Angriffen auf Öl-Infrastruktur und Schifffahrtswege im Nahen Osten, die eine bereits fragile Lieferkette weiter belasteten.

Was löste den Preisanstieg aus?

US-Militärkräfte berichteten, dass sie fünf iranische Tanker nach versuchten Raketenangriffen auf ein Marineschiff abgeschossen haben, während eine von Iran unterstützte Houthi-Rebellengruppe Einrichtungen in Saudi Arabia in Brand setzte. Die Vorfälle haben den Verkehr durch die Strait of Hormuz gestört, eine enge Wasserstraße, die normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportiert.

Zusätzlich hat der Konflikt zwischen Israel, den Vereinigten Staaten und Iran die Region seit mehr als sechs Monaten volatil gehalten, den Ölfluss eingeschränkt und Bedenken geweckt, dass die Meerenge blockiert bleiben könnte.

Warum der Anstieg für Europa wichtig ist

Höhere Ölpreise führen zu höheren Diesel- und Benzinkosten, die den Transport, die Industrie und die Haushaltsbudgets auf dem gesamten Kontinent beeinflussen. Diesel, der stark im Schiffsverkehr und in der Produktion eingesetzt wird, erreichte ein Allzeithoch von $5.94 pro Gallone, während der durchschnittliche Preis für eine Gallone Normalbenzin in den USA auf $4.22 stieg, ein Niveau, das mehr als ein Pfund über dem Vorjahr liegt.

Europäische Volkswirtschaften, die bereits mit Inflation kämpfen, könnten weiteren Druck auf Verbraucherpreise und Frachtraten spüren. Der Anstieg fügt zudem eine neue Variable zu den Energiesicherheits-Berechnungen der EU-Mitgliedstaaten hinzu, die auf importierte Brennstoffe angewiesen sind.

Ausblick der Analysten

Bank of America-Analysten hoben ihre Prognose für die zweite Jahreshälfte auf $83 pro Barrel an und verwiesen auf „anhaltendere Störungen in Hormuz". Sie warnten, dass die Preise bei anhaltenden Angriffen auf $95-$120 pro Barrel steigen könnten, mit der Möglichkeit von Sprüngen bis zu $150 pro Barrel, falls wichtige Infrastruktur beschädigt wird.

Die Analysten stellten zudem fest, dass eine dauerhafte diplomatische Lösung vor den US-Zwischenwahlen, die nun erst acht Wochen entfernt sind, unwahrscheinlich erscheint, und dass die Verhandlungen über ein vorläufiges Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran wegen der Kontrolle über die Meerenge ins Stocken geraten sind.

Was könnte als Nächstes passieren?

Fortgesetzte Houthi-Angriffe auf eine alternative Schifffahrtsroute, die von Saudi Arabia genutzt wird, könnten das globale Angebot weiter verengen. Bleibt die Meerenge blockiert, könnten europäische Raffinerien höheren Input-Kosten ausgesetzt sein, was möglicherweise zu höheren Kraftstoffsteuern oder Subventionen zum Schutz der Verbraucher führt.

Marktteilnehmer werden jede diplomatische Durchbruch beobachten, der den Hormuz-Korridor wieder öffnen könnte, ebenso wie das Ergebnis der bevorstehenden US-Wahlen, die die amerikanische Außenpolitik in der Region beeinflussen könnten.

Für den Moment lässt die Kombination aus geopolitischer Spannung und Lieferengpässen die Ölmärkte nervös zurück, wobei europäische Unternehmen und Haushalte die Folgewirkungen jeder neuen Entwicklung spüren.