Brent-Öl kletterte am Dienstag auf 92 $ pro Barrel, wodurch der US-Benchmark-Preis auf 87,67 $ stieg. Der Aufschwung bei den Energiepreisen fiel mit einem sprunghaften Anstieg der US-Staatsanleihenrenditen zusammen, wobei die Rendite der 10-jährigen Anleihe auf 4,79 % stieg, das höchste Niveau seit Januar 2025, und die Rendite der zweijährigen Anleihe auf 4,35 %.
Steigende Öl- und Anleihezinsen
Der Anstieg der Ölpreise spiegelt erneute geopolitische Spannungen wider, nachdem die USA Raketenwerfer auf einer iranischen Insel angegriffen und die Vereinigten Arabischen Emirate eine iranische Drohne abgefangen haben. Die Straße von Hormus, ein wichtiger Durchgang für etwa 20 % der weltweiten Öllieferungen, verzeichnete ein reduziertes Verkehrsaufkommen, was die Versorgungsängste verstärkt.
Gleichzeitig erlebt der Markt für US-Staatsanleihen einen starken Ausverkauf. Der Sprung der 10-jährigen Rendite auf 4,79 % folgt einem Anstieg von 4,73 % am Freitag, während die Erhöhung der zweijährigen Rendite auf 4,35 % einen deutlichen Anstieg gegenüber etwa 3,50 % zu Beginn des Jahres 2026 darstellt.
Auswirkungen auf die globalen Märkte
Die Aktienmärkte reagierten schnell. In New York fiel der S&P 500 um 0,7 %, der Dow Jones Industrial Average sank um 0,6 % (299 Punkte), und der Nasdaq Composite fiel um 1,4 %. Die Terminmärkte spiegelten den Rückgang wider, wobei die S&P 500 Futures um 0,6 % und die Nasdaq Futures um 1 % fielen.
Auch die europäischen Börsen standen unter Druck. Der deutsche DAX verlor 1 %, der französische CAC 40 fiel um 0,4 % und der britische FTSE 100 sank um 1 %. In Asien waren die Märkte gemischt, wobei der Fast-Fashion-Einzelhändler Shein nach dem Börsengang an der Hongkonger Börse einen Kursverlust von bis zu 10 % verzeichnete.
Warum das wichtig ist
Höhere Energiekosten treiben die Inflation an, die weiterhin deutlich über dem 2-%-Ziel der Federal Reserve liegt. Der US-Verbraucherpreisindex wurde durch Benzinpreise gestützt, die im August über 4 $ pro Gallone lagen, ein Rekord für den Monat laut der American Automobile Association.
Der Fed-Gouverneur Kevin Warsh deutete kürzlich an, dass eine Zinserhöhung in Betracht gezogen werden könnte, falls die Inflation nicht nachlässt, was die Marktunsicherheit vor dem geldpolitischen Treffen der Fed später in dieser Woche verstärkt. Der bevorstehende US-CPI-Bericht und die monatlichen Arbeitsmarktdaten, die eine niedrige Arbeitslosenquote von 4,1 % aber ein stagnierendes Einstellungstempo zeigten, werden voraussichtlich die Entscheidung der Zentralbank prägen.
Wie geht es weiter?
Analysten erwarten, dass der Anleihemarkt volatil bleibt, während Investoren das nächste Vorgehen der Fed einschätzen. Ein weiterer Anstieg der Renditen könnte die Finanzierungskosten für Regierungen und Unternehmen belasten, insbesondere in Europa, wo die deutsche 10-jährige Rendite ein 15-jähriges Hoch von 3 % erreicht hat und die japanische 10-jährige Rendite erstmals seit 1996 die Marke von 3 % berührte.
Ölhändler werden die Entwicklungen in der Straße von Hormus genau beobachten; jede Eskalation könnte die Rohölpreise hoch halten und den Inflationsdruck verstärken. Marktteilnehmer werden zudem die US-CPI- und Arbeitsmarktdaten im Auge behalten, um Hinweise darauf zu erhalten, ob die Fed die Geldpolitik straffen oder pausieren wird.
In der Zwischenzeit werden Aktienanleger voraussichtlich vorsichtig bleiben, wobei zinssensible und energieabhängige Sektoren wie Technologie und Konsumgüter besonders genau beobachtet werden.

