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Rob Gramlich warnt: KI-Rechenzentren könnten das US-Stromnetz überholen

KI löst einen Bauboom bei Rechenzentren aus, der bis 2030 fast ein Zehntel des US-Stromverbrauchs beanspruchen könnte, viel schneller, als das Stromnetz ausgebaut werden kann, sodass Entwickler mit langen Wartezeiten und möglichen Unterbrechungen rechnen müssen.

Großes KI-Rechenzentrum mit Reihen von Servern und nahegelegenen Stromleitungen

Schnelles Wachstum der KI und ihr Strombedarf

Künstliche Intelligenz entwickelt sich in einem Tempo, das jede frühere Technologie übertrifft, angetrieben durch den Wettbewerb der Hyperscaler und einen Ansturm von Nutzern. Die Rechenzentren, die KI-Arbeitslasten beherbergen, stehen nun im Mittelpunkt von Bürgerbedenken und politischer Debatte, insbesondere wegen steigender Stromrechnungen.

Unternehmen wie OpenAI, Google und Meta können KI-Infrastruktur deutlich schneller finanzieren und errichten, als die Vereinigten Staaten die dafür nötige Erzeugungs- und Übertragungskapazität aufbauen können.

Probleme mit der Netzkapazität

Rob Gramlich, Präsident der Beratungsfirma Grid Strategies, sagte gegenüber EuroHerald, dass das Tempo der Technologieunternehmen im starken Gegensatz zu der vorsichtigen, jahrelangen Planung steht, die Versorgungsunternehmen benötigen. "Da gibt es eine echte Diskrepanz", erklärte er.

"Da gibt es eine echte Diskrepanz", sagte Gramlich.

Er erklärte, dass die zeitliche Diskrepanz dazu führen könne, dass das Netz nicht bereit sei für die prognostizierte Stromnachfrage der KI-Rechenzentren. Das Lawrence Berkeley National Lab schätzt, dass diese Einrichtungen bis 2030 fast 12 % des gesamten US-Stromverbrauchs verbrauchen könnten, das Sechsfache des Anteils von 2018.

Die North American Electric Reliability Corporation (NERC) prognostiziert, dass die Sommerspitzenlast in Nordamerika in den nächsten zehn Jahren um mehr als 224 GW steigen wird, ein Anstieg von 69 % gegenüber der ein Jahr zuvor veröffentlichten Wachstumsprognose, hauptsächlich getrieben durch neue KI-Rechenzentren. In der westlichen US-Netzregion machen geplante Rechenzentren etwa 10 % der Nachfrageschätzungen aus und können in manchen Gebieten bis zu 40 % erreichen.

Branchenperspektiven

Laut Kathryn Burke, Leiterin für US-Spezialenergie und -stromwachstum bei Marsh, ist der Zugang zu Strom heute einer der größten Engpässe bei der Entwicklung von Rechenzentren. Unternehmen verlangen Gigawatt-Kapazität innerhalb eines zweijährigen Zeitrahmens, doch ein Gigawatt, genug, um etwa 750 000 US-Haushalte zu versorgen, kann deutlich länger zur Erzeugung benötigen.

Forschungen des Berkeley Lab zeigen, dass Projekte, die 2025 in Betrieb gehen, im Median fünf Jahre von der Netzanschlussanfrage bis zum kommerziellen Betrieb benötigten. Das US-Energieministerium (Department of Energy) betonte einen "dringenden Bedarf" an zusätzlicher Erzeugung aufgrund des Lastwachstums durch Rechenzentren sowie weiterer Faktoren wie Elektrofahrzeuge und Raumheizung.

Mögliche Verzögerungen und Ausblick

Versorgungsunternehmen schließen in der Regel neue Kunden nicht an, wenn sie keine zuverlässige Versorgung garantieren können. Infolgedessen können Rechenzentren jahrelang warten oder vorläufige Anschlüsse erhalten, die bei einer Belastung des Netzes unterbrochen werden können. "Es gibt Engpässe im Netz", warnte Gramlich und fügte hinzu, dass nicht jeder Entwickler das gewünschte Serviceniveau erhalten wird, bis das System nachgezogen hat.

Burke prognostiziert, dass 50 bis 60 % der Rechenzentrumsprojekte über das von Entwicklern angestrebte ein- bis zweijährige Zeitfenster hinaus verzögert werden könnten. Sie warnte, dass die endgültige Zahl fertiggestellter Anlagen unsicher bleibt und von Finanzierung, regulatorischen Vorgaben und der Fähigkeit des Netzes zum Ausbau abhängt.

In den kommenden Monaten werden Versorgungsunternehmen voraussichtlich höhere Zahlungen von Entwicklern verlangen, um das Risiko von abgeschriebenen Anlagen auszugleichen, während Gesetzgeber möglicherweise die Genehmigungsverfahren für neue Erzeugungs- und Übertragungsprojekte beschleunigen müssen, um eine wachsende Lücke zwischen KI-Nachfrage und Stromversorgung zu verhindern.