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Alek Kemeny stellt Anthropic's Model Hardware Standard für physische KI vor

Anthropic hat eine Forschungs-Vorschau seines Model Hardware Standards veröffentlicht, ein Protokoll, das KI-Modellen wie Claude die direkte Kommunikation mit wissenschaftlichen und industriellen Geräten ermöglicht, die Integration beschleunigt und den Weg zu autonomen Experimenten öffnet.

Illustration von KI-Sprachmodell-Symbolen, die mit Labor- und Fabrikausrüstung verbunden sind

Alek Kemeny, ein technischer Mitarbeiter bei dem US-KI-Unternehmen Anthropic, kündigte am Donnerstag die Einführung des Model Hardware Standard (MHS) an, ein neues Rahmenwerk, das große Sprachmodelle mit physischer Ausrüstung von Fabrikrobotern bis zu Labor-Mikroskopen verbindet.

Was der Model Hardware Standard leistet

MHS fungiert als universelle Sprache, die KI-Modellen wie Anthropics Claude das Senden einfacher Befehle, zum Beispiel „read", an jedes Gerät ermöglicht, das das Protokoll unterstützt. Das Unternehmen behauptet, dass der Standard die Integrationszeit von Wochen oder Monaten auf Stunden oder Minuten verkürzen kann und damit den Bedarf an spezialisierten Sonderanfertigungen eliminiert.

Warum es für Forschung und Industrie wichtig ist

Durch die Bereitstellung einer modellunabhängigen Schnittstelle funktioniert MHS nicht nur mit Claude, sondern auch mit konkurrierenden großen Sprachmodellen von OpenAI und Open-Source-Projekten. Diese Offenheit spiegelt das Model Context Protocol (MCP) wider, das Anthropic 2024 als eine Art „USB für KI-zu-Software-Verbindungen" einführte.

Wissenschaftler und Hersteller kämpfen seit langem mit proprietären Geräteschnittstellen, die fehleranfällig sind und Nutzer an einen einzigen Anbieter binden. Jonah Cool, Leiter für Partnerschaften und den Einsatz von Wissenschaft bei Anthropic, sagte, der neue Standard solle diese Bindung vermeiden und rund um die Uhr autonome Experimente ermöglichen.

Frühe Anwender und zukünftige Schritte

Anthropic entwickelte MHS in Zusammenarbeit mit dem HHMI Janelia Research Campus, einem führenden biomedizinischen Forschungszentrum in Virginia. Eine kleine Gruppe von Laboren und Hardware-Herstellern, darunter Genentech, die Carnegie Mellon University, das Quanten-Computing-Unternehmen QuEra, Universal Robots, Amazon Web Services, Doosan Robotics, Danaher und Hugging Face, erhielt frühen Zugang.

Obwohl nicht alle vorhandenen Geräte sofort mit MHS verbunden werden können, arbeitet Anthropic mit Geräteherstellern zusammen, um das Protokoll in neuen Produkten zu integrieren und ältere nachzurüsten. Das Unternehmen hofft, dass Wissenschaftler künftig KI-bereite Geräte kaufen können, die sofort einsatzbereit sind.

Breiterer Kontext in Europa

Europäische Hersteller beobachten die Entwicklung aufmerksam, da die EU im Rahmen ihres KI-Gesetzes und der Horizon-Europe-Programme eine stärkere KI-Integration in der Industrie vorantreibt. Sollte der Standard an Akzeptanz gewinnen, könnte er eine gemeinsame Brücke zwischen europäischen Hardware-Produzenten und dem sich rasch entwickelnden KI-Ökosystem bilden.

„Das ist die Zukunft, die wir uns vorstellen und anstreben", sagte Kemeny. „In Zukunft können Wissenschaftler diese Geräte kaufen und sie funktionieren sofort out of the box."

Anthropics Vorschau erscheint parallel zu anderen physikalischen KI-Experimenten, wie Hugging Face's robotischer Ente und Nvidias Bestreben, jedes Industrieunternehmen zu einem Robotikunternehmen zu machen. Die nächste Phase für MHS wird ein breiteres Beta-Testing mit mehr europäischen Partnern sowie die Veröffentlichung von Entwickler-Tools sein, die die Integration vereinfachen.