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Energy

Deutsche Gasspeicherbetreiber schlagen vorübergehende Befreiung von Transportgebühren vor, um niedrige Befüllungsstände zu erhöhen

Deutsche Gasspeicherbetreiber schlagen vorübergehende Befreiung von Transportgebühren vor, um niedrige Befüllungsstände zu erhöhen

Unterirdische Gasspeichertanks mit einer deutschen Flagge im Hintergrund, die den Vorstoß zur Erhöhung der Speicherstände vor dem Winter symbolisieren

Am 3. September 2026 hat die Initiative Energien Speichern (INES) einen formellen Antrag gestellt, die Gebühren zu suspendieren, die Gashändler für den Transport von Gas in unterirdische Speicheranlagen zahlen. Das Bündnis, das die größten Speicherinhaber des Landes, Sefe, Uniper, RWE, Trianel, EWE und VNG, zusammenbringt, argumentiert, dass eine vorübergehende Befreiung von den Gebühren die Speicherung rentabler mache und dazu beitrage, die Befüllungsstände zu erhöhen, die seit mehreren Wochen unter dem mehrjährigen Durchschnitt liegen. Handelsblatt berichtete an diesem Datum über den Vorschlag.

Warum der Vorschlag jetzt wichtig ist

Das deutsche Gasspeichersystem liegt derzeit unter dem historischen Durchschnitt, so die gleiche Handelsblatt-Analyse der Daten aus Anfang September. Der Artikel nannte keinen genauen Prozentsatz, aber das Defizit ist groß genug, um bei Betreibern und Aufsichtsbehörden Besorgnis auszulösen. Das Energiewirtschaftsgesetz legt ein rechtliches Ziel von 80 % Speicherbefüllung bis zum 1. November 2026 fest. Ein Verfehlen dieses Benchmarks könnte die Versorgungssicherheit gefährden, wenn die Winternachfrage ihren Höhepunkt erreicht, ein Risiko, das das Bündnis durch die Gebührensuspendierung mindern will.

Was die Gebührenerlass beinhalten würde

Der Kernpunkt des Antrags von INES ist die vorübergehende Abschaffung der Netzentgelte für den Gastransport zu Speicheranlagen. Im aktuellen Regime zahlen Gashändler jedes Mal eine Gebühr, wenn sie Gas in unterirdische Kavernen einspeisen, ein Kostenfaktor, der an den Endverbraucher weitergegeben wird. Durch den Verzicht auf diese Gebühren glaubt INES, dass der wirtschaftliche Anreiz zur Befüllung der Speicher steigt, was die Händler veranlassen würde, mehr Gas vor der gesetzlichen Frist ins Netz zu leiten.

Um den Einnahmeverlust, den Netzbetreiber durch die erlassenen Gebühren erleiden würden, auszugleichen, schlägt INES höhere Entgelte für andere Netznutzer vor. Das Bündel hat den genauen Ausgleichsmechanismus nicht offengelegt, aber der Vorschlag signalisiert die Bereitschaft, die Gebührenstruktur neu zu gewichten, anstatt einfach auf Einnahmen zu verzichten.

Mitglieder des Bündnisses und ihre Interessen

INES ist ein neu gegründetes Bündnis, das die wichtigsten unterirdischen Gasspeicherinhaber in Deutschland vereint. Sefe, Uniper, RWE, Trianel, EWE und VNG kontrollieren zusammen den Großteil der Speicherkapazität des Landes. Ihr gemeinsamer Vorschlag unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage: Wenn die größten Betreiber einen regulatorischen Antrag koordinieren, deutet das auf eine gemeinsame Einschätzung hin, dass das aktuelle Gebührenregime ein Hindernis für das Erreichen des gesetzlichen Ziels von 80 % darstellt.

Jedes Mitglied bringt eine unterschiedliche Marktposition mit. Beispielsweise betreiben RWE und Uniper sowohl Erzeugungsanlagen als auch Speicher, sodass höhere Speicherstände ihr Versorgungsportfolio glätten können. EWE, ein regionaler Versorger, ist auf Speicher angewiesen, um die lokale Versorgung während der Winterspitzen zu sichern. Durch ein einheitliches Auftreten hofft das Bündnis, die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium zu schnellem Handeln zu bewegen.

Regulatorischer Kontext und Präzedenzfall

Das Energiewirtschaftsgesetz, das das Ziel von 80 % Speicherbefüllung festschreibt, befugt die Aufsichtsbehörde zudem, Netzentgelte an die Marktbedingungen anzupassen. Historisch wurden Gebührenanpassungen genutzt, um Investitionen in Pipeline-Infrastruktur zu fördern, doch eine direkte Suspendierung von Transportgebühren zum Speicher ist beispiellos. Wird sie genehmigt, würde die Maßnahme zu einem neuen politischen Hebel, der zeigt, dass Gebührenstrukturen flexibel eingesetzt werden können, um kurzfristige Sicherheitsbedenken zu adressieren.

Handelsblatt stellt fest, dass der Vorschlag von den INES-Mitgliedern am 30. August 2026, also eine Woche vor der öffentlichen Einreichung, beschlossen wurde. Der Zeitpunkt deutet darauf hin, dass das Bündnis nach Beobachtung der anhaltend niedrigen Befüllungsstände rasch gehandelt hat, um den Aufsichtsbehörden ausreichend Vorlaufzeit vor der Frist im November zu geben.

Mögliche Auswirkungen auf Netzbetreiber

Netzbetreiber würden durch die erlassenen Gebühren Einnahmen verlieren, einen Verlust, den INES durch höhere Entgelte für andere Nutzer ausgleichen will. Die genaue Höhe des Verlusts wird im Ausgangsmaterial nicht quantifiziert, doch der Vorschlag weist darauf hin, dass die Betreiber ihre Tarifstrukturen neu ausrichten müssten. Ein höheres Entgelt für den Transport außerhalb von Speichern könnte die Kostenlast auf Versender und Industrieverbraucher verlagern und möglicherweise die Gaspreise weiter unten in der Lieferkette beeinflussen.

Sollte die Aufsichtsbehörde den Vorschlag annehmen, könnte der kurzfristige Einnahmeeinbruch für die Betreiber durch den übergeordneten Nutzen, einen Winterversorgungsausfall zu verhindern, aufgewogen werden. Ein stärker gefülltes Speichersystem kann als Puffer dienen und den Bedarf an Notimporten oder Preisspitzen in Zeiten hoher Nachfrage reduzieren.

Wie es weitergeht

Der nächste Schritt ist eine Prüfung durch die Bundesnetzagentur, die die wirtschaftlichen und sicherheitsrelevanten Auswirkungen des Gebührenerlasses bewerten wird. Die Entscheidung der Behörde wird voraussichtlich noch vor Ende Oktober fallen, sodass dem Bündnis ein kurzer Zeitraum bleibt, um das regulatorische Ergebnis vor der gesetzlichen Frist am 1. November zu beeinflussen.

Wird der Erlass gewährt, wird die Branche die Befüllungsstände genau beobachten, um zu prüfen, ob der Anreiz zu höheren Speicher­volumina führt. Im umgekehrten Fall würde eine Ablehnung die Betreiber zwingen, alternative Maßnahmen zu prüfen, etwa freiwillige Gebührensenkungen mit Händlern zu verhandeln oder zusätzliche Importe zu beschaffen, um das Ziel von 80 % zu erreichen.

In jedem Fall markiert der Vorschlag eine bemerkenswerte Veränderung darin, wie die Gasspeicherpolitik Deutschlands vor der Wintersaison gestaltet werden könnte, und verdeutlicht das Zusammenspiel von regulatorischen Instrumenten, Marktanreizen und Energiesicherheit.