Während der Hitzewellen im Juni-Juli 2026 stieg die Solarerzeugung an heißen Tagen um bis zu 17 %, während die Stromnachfrage in Italien um bis zu 28 % zunahm, was in Ungarn Spot-Preissprünge von bis zu 119 % auslöste. Netzbetreiber sagen, dass die kombinierte Spitze Versorgungslücken in den Abendspitzen hinterließ, die nur durch groß angelegte Batteriespeicher geschlossen werden können.
Spitzen bei der Solarerzeugung
Die Analyse von Ember, zitiert von Euronews Business, ergab, dass an Hitzetagen die Solarleistung in ganz Europa um bis zu 17 % höher war als an Tagen ohne Hitzewelle. Der Anstieg wurde in der gesamten Region, von Frankreich bis Spanien, beobachtet und spiegelt das reichliche Sonnenlicht wider, das die Temperaturspitzen Ende Juni und Anfang Juli begleitete.
Nachfrage- und Preissprünge
Der tägliche Stromverbrauch stieg im Vergleich zu den Tagen vor der Hitzewelle um 28 % in Italien, 23 % in Ungarn, 14 % in Frankreich und 13 % in Spanien. Die Spot-Preisanstiege waren am ausgeprägtesten in Ungarn, wo die durchschnittlichen Tagespreise im Vergleich zu den Wochen vor der Hitzewelle um 119 % zunahmen; in Frankreich betrug der Anstieg 44 %, in Italien 13 % und in Spanien 7 %.
| Land | Nachfrageanstieg | Preisanstieg | Solarerzeugungsanstieg* |
|---|---|---|---|
| Frankreich | 14 % | 44 % | bis zu 17 % (insgesamt) |
| Ungarn | 23 % | 119 % | bis zu 17 % (insgesamt) |
| Spanien | 13 % | 7 % | bis zu 17 % (insgesamt) |
| Italien | 28 % | 13 % | bis zu 17 % (insgesamt) |
*Länderspezifischer Solaranstieg ist in der Quelle nicht detailliert; Ember berichtet von einem maximalen Anstieg von 17 % in der gesamten Region.
Warum Speicher wichtig sind
Der leitende Energieanalyst Chris Rosslowe warnte, dass „die eigentliche Herausforderung nach Sonnenuntergang beginnt, wenn die Solarleistung abnimmt, die Nachfrage aber hoch bleibt". Der Sommerausblick von ENTSO-E für 2026 bestätigt diese Sorge und stellt fest, dass ohne ausreichende groß angelegte Batteriespeicher Defizite in den Abendspitzen die Netzstabilität gefährden könnten.
Ausblick
Nationale Netzbetreiber beschleunigen nun Beschaffungsprogramme für groß angelegte Batterien, und die Europäische Kommission wird voraussichtlich ihre Speicherziele in der kommenden Energiesicherheitsstrategie überprüfen. Wie schnell neue Kapazitäten installiert werden können, wird entscheiden, ob Europa die Abendspitzenlücken ausgleichen und weitere Preissprünge vermeiden kann.
