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Energy

Schweizer Stromreserveprogramm könnte in 20 Jahren die Haushaltsrechnungen um 4 Mrd. CHF erhöhen

Economiesuisse schätzt, dass das Stromreserveprogramm die Stromrechnungen der Schweizer Haushalte zwischen 2026 und 2046 um etwa 4 Mrd. CHF erhöhen wird, ein Betrag, der erneut ins Gespräch kommt, während das Parlament die Finanzierung von vier neuen Reservekraftwerken verschiebt.

Economiesuisse berechnet, dass das Schweizer Stromreserveprogramm die Stromrechnungen der Verbraucher über den 20-jährigen Zeitraum von 2026 bis 2046 um rund 4 Mrd. CHF erhöhen wird. Die Schätzung wurde am 15. August 2026 veröffentlicht, nur wenige Tage bevor das Bundesparlament die Finanzierung von vier zusätzlichen Reservekraftwerken verschob.

Kostenschätzung und ihre Bestandteile

Die Analyse des Wirtschaftsverbands umfasst den Bau neuer gasbetriebener Reserveanlagen sowie Entschädigungszahlungen an Betreiber von Wasserspeichern. Eine Aufschlüsselung, die von der Neue Zürcher Zeitung veröffentlicht wurde, zeigt die folgenden Kostenbestandteile für den Zeitraum 2026-2046:

Kostenbestandteile des Schweizer Stromreserveprogramms (2026-2046). Quelle: Berechnung von Economiesuisse, wie von der NZZ berichtet
KomponenteGeschätzte Kosten (CHF)
Neue gasbetriebene Reserveanlagen (4 Einheiten)2,3 bn
Entschädigung an Betreiber von Wasserspeichern1,5 bn
Sonstige administrative & betriebliche Kosten0,2 bn

Zusammen ergeben diese Posten die von Economiesuisse genannte Summe von 4 Mrd. CHF. Der Verband betont, dass es sich dabei um die zusätzliche Belastung der Stromrechnungen der Haushalte handelt und nicht um die Gesamtausgaben des Programms.

Politischer Kontext und Finanzierungsverzögerung

Das Reserveprogramm wurde 2022 vom Bundesrat im Rahmen des Notstromgesetzes eingeführt. Während das erste Reservekraftwerk, das mit Kosten von etwa 0,5 Mrd. CHF gebaut wurde, nie in Betrieb ging, sollten vier weitere gasbetriebene Anlagen mit einer geplanten Gesamtinvestition von rund 2,3 Mrd. CHF errichtet werden.

Während einer Parlamentsdebatte Mitte August 2026 stimmten die Abgeordneten dafür, die Finanzierung dieser vier Anlagen zu verschieben. Die Entscheidung belebt die seit langem bestehende Diskussion über die Finanzierbarkeit und Notwendigkeit des Programms, zumal die Kostenschätzung nun die Belastung der Verbraucher konkretisiert.

Auswirkungen auf die Haushalte

Schweizer Haushalte sehen sich bereits hohen Strompreisen gegenüber. Die Hinzufügung von durchschnittlich 4 Mrd. CHF zu den Gesamtrechnungen entspricht etwa 200 CHF pro Haushalt und Jahr, bei rund 10 Millionen Wohnanschlüssen. Die Zahl berücksichtigt weder mögliche Einsparungen durch vermiedene Stromausfälle noch den Wert der Aufrechterhaltung der Netzstabilität.

Politikanalysten weisen darauf hin, dass die Verzögerung der Regierung Zeit geben könnte, das Gleichgewicht zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Reservekapazität neu zu bewerten. Ohne klare Finanzierung könnten die geplanten gasbetriebenen Anlagen jedoch auf Eis bleiben, sodass das Reserveprogramm unvollständig bleibt.

Wie geht es weiter?

Der Bundesrat wird voraussichtlich noch in diesem Jahr einen überarbeiteten Finanzierungsplan vorstellen. In der Zwischenzeit wird Economiesuisse die Kostenwirkungen des Reserveprogramms weiter beobachten, und Verbraucherverbände werden wahrscheinlich mehr Transparenz darüber fordern, wie eventuelle Zusatzgebühren in den Stromrechnungen ausgewiesen werden.