Was ist passiert?
Hari Srinivasan, Chief Product Officer von LinkedIn, kündigte die Einführung eines \"seems like AI slop\"-Buttons an, mit dem Mitglieder Beiträge melden können, die ihrer Meinung nach von künstlicher Intelligenz erstellt wurden. In den ersten zwei Wochen wurden über eine Million Klicks verzeichnet, und das Unternehmen meldete einen Rückgang von 40 % bei den Aufrufen von Inhalten, die es als KI-Slop klassifizierte.
„Trotz des Fortschritts wissen wir, dass wir noch mehr tun müssen, um sicherzustellen, dass LinkedIn ein Ort bleibt, an dem man echte Menschen und echte Perspektiven findet", sagte Hari Srinivasan. „Das bleibt für uns von höchster Priorität."
Warum ist das wichtig?
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Bedenken, dass das Internet von automatisierten Agenten übernommen wird, ein Konzept, das populär als \"dead internet theory\" (tote-Internet-Theorie) bezeichnet wird. Aktuelle Daten zeigen, dass Bots inzwischen den Großteil des Web-Traffics erzeugen, wobei Cloudflare berichtet, dass KI-gesteuerte Anfragen menschliche Anfragen überholt haben, und eine Studie des Pew Research Centre ergab, dass 10 % der im Juli 2026 untersuchten Webseiten eindeutige Anzeichen von KI-Autorenschaft aufweisen.
Der Analyst Rudy Yang von Pitchbook warnte, dass \"agentic AI activity is driving a lot of the browser activity you're seeing\", und betonte damit das Ausmaß des Problems. Eine Analyse im Juli des KI-Erkennungs-Startups Pangram bezeichnete LinkedIn als die am stärksten KI-gesättigte Plattform, wobei über 40 % seiner Langform-Beiträge als vollständig KI-generiert markiert wurden.
Wie geht es weiter?
LinkedIn plant, die Verifizierung von Profilen und Seiten auszubauen und sein KI-Bearbeitungswerkzeug \"enhance your post\" durch eine einfachere Korrekturfunktion zu ersetzen. Andere Plattformen ergreifen ähnliche Maßnahmen: Spotify hat im vergangenen Jahr 75 Millionen Massen-Uploads entfernt, während Substack mit Pangram zusammenarbeitet, um KI-Erkennung für Beiträge und Kommentare anzubieten.
Selbst Nischenseiten spüren den Druck. Digg hat seine Mobile-App eingestellt und Personal abgebaut, nachdem CEO Justin Mezzell einen überwältigenden Anstieg hochentwickelten Bot-Spams beschrieben hatte, der die Relevanz der Seite bedrohte.
„Als die Digg-Beta gestartet wurde, bemerkten wir sofort Beiträge von SEO-Spammern, die darauf hinwiesen, dass Digg nach wie vor bedeutende Google-Link-Autorität besitzt", hieß es im Blog-Beitrag.
Der neue Button von LinkedIn ist Teil eines breiteren Branchenwettlaufs, die Authentizität des Online-Diskurses wiederherzustellen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird wahrscheinlich daran gemessen, ob das Nutzer-Engagement zu einem Niveau zurückkehrt, das echte menschliche Interaktion statt automatisierter Inhalte widerspiegelt.

