Die Führungskräfte der KI-Branche stehen kurz davor, ein beispielloses Vermögen zu erreichen, und eine neue Generation von Philanthropen plant bereits, wie sie dieses einsetzen kann. Viele entscheiden sich für Donor-Advised Funds (DAFs) als ersten Schritt nach einem Liquiditätsereignis, eine Entscheidung, die die Wohltätigkeitslandschaft neu gestaltet.
Warum das aktuelle System wichtig ist
Das Giving Pledge, das 2010 ins Leben gerufen wurde, ermutigte die reichsten Menschen der Welt, den Großteil ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu verpfänden. Ein Jahrzehnt später hat das tatsächliche Spendenvolumen die ambitionierten Ziele hinter sich gelassen, ein Muster, das sich nun mit KI-generiertem Reichtum wiederholt.
Ausmaß des Engpasses
Mehr als 300 Milliarden Dollar werden derzeit in US-DAF-Konten gehalten. Doch nur etwa ein Viertel dieses Vermögens wird in einem Jahr ausgeschüttet, und ein erheblicher Teil wechselt einfach von einem DAF zum anderen, ohne die Begünstigten zu erreichen. Im Jahr 2024 war der größte Wohltätigkeitsfondsbeschaffer in den Vereinigten Staaten nicht ein Krankenhaus oder eine Tafel, sondern Fidelity Charitable, ein DAF-Sponsor, der fast 16 Milliarden Dollar an Beiträgen anzog.
Anreize, die Verzögerungen fördern
DAF-Anbieter erhalten Gebühren, die auf dem verwalteten Vermögen basieren, nicht auf der an Wohltätigkeitsorganisationen vergebenen Summe. Dieses Modell bietet ihnen kaum finanzielle Anreize, Spender zu zeitnahen Ausschüttungen zu bewegen. Im Gegensatz dazu müssen private Stiftungen jährlich mindestens 5 Prozent ihres Vermögens ausgeben, eine Regel, die Missbrauch von Steuerschlupflöchern verhindern soll.
Was als Nächstes passieren könnte
Gesetzgeber, darunter der Congress, prüfen Reformen, die inaktive DAF-Konten, das sogenannte "long tail", anvisieren und ein Mindestausschüttungs-Schema vorschreiben könnten. Auch gemeinnützige Organisationen werden aufgefordert, klarere Wirkungskennzahlen und schnellere Förderprozesse zu entwickeln, um DAFs eher als aktive Spendeninstrumente denn als passive Haltekonten attraktiv zu machen.
Bleibt die Infrastruktur unverändert, könnte der Zustrom von KI-abgeleitetem Vermögen lediglich den Pool untätigen Wohltätigkeitskapitals vergrößern. Im Gegenteil könnten strengere Vorschriften und ein proaktiveres Förderwesen Milliarden für drängende soziale und ökologische Herausforderungen freisetzen.

