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Manosphere profitiert von den Ängsten junger Männer der Generation Z, Studie zeigt

Forscher sagen, die Online-„Manosphere" habe sich in eine lukrative Industrie verwandelt, die die Unsicherheiten junger Männer der Generation Z ausnutzt, und fordern stärkeren Verbraucherschutz sowie mehr Verantwortung der Plattformen.

Junge Männer, die einen Livestream auf einem Computerbildschirm ansehen

Manosphere-Forscher der Digital-Safety-Gruppe Reset Tech und der gemeinnützigen Organisation Equimundo haben einen Bericht veröffentlicht, der zeigt, dass ein Netzwerk aus Influencern, Coaches und Plattformen Milliarden von Euro erwirtschaftet, indem es Kurse, Nahrungsergänzungsmittel und Selbsthilfe-Inhalte an unsichere junge Männer verkauft.

Von Blogs zu einem profitorientierten Ökosystem

Der Begriff tauchte erstmals 2009 auf, um eine Handvoll Blogs zu beschreiben, die Männer-Rechte-Ideen propagierten und den Feminismus kritisierten. In den letzten zehn Jahren hat er sich über anonyme Autoren hinaus zu bekannten Content-Creatorn entwickelt, die ihren echten Namen mit einer Form von Männlichkeit verbinden, die Dominanz, Selbstgenügsamkeit und emotionale Unterdrückung verspricht.

Das Ausmaß des Marktes

Laut dem Bericht mit dem Titel „The Grift Economy: How Young Men Are Being Sold Fake Belonging and Fake Wealth Online" verbirgt die Bewegung inzwischen eine milliardenschwere Wirtschaft. Der Streamer Adin Ross verdiene angeblich zwischen 30.000 $ und 50.000 $ pro Stunde auf der Plattform Kick, wo er zudem Anteile hält. Andere Top-Streamer erzielen Jahresumsätze von einer Million bis zehn Millionen Dollar durch Online-Kurse, Sponsoring-Deals und Vortragsgebühren.

In den Vereinigten Staaten überwiegen Frauen in der Erwerbsbevölkerung zum dritten Mal in der Geschichte die Männer, ein Trend, der mit weniger jungen Männern im Arbeitsmarkt zusammenhängt. Viele erwachsene Männer leben heute noch bei ihren Eltern oder werden als NEET eingestuft, nicht in Beschäftigung, Ausbildung oder Weiterbildung. Eine Studie im Journal of Political Economy ergab, dass etwa 70 % der nicht-arbeitsbezogenen Stunden junger Männer mit Videospielen und anderer freizeitbezogener Computernutzung verbracht werden, was zur Einsamkeit beiträgt.

Algorithmische Verstärkung und regulatorische Reaktion

"Es ist fast lächerlich, oder? Wenn man diese viralen Trends sieht und sie abtut, weil sie albern sind oder weil es nach einem Idioten im Netz aussieht," sagte Kristina Wilfore, Direktorin für Global Projects and Innovation bei Reset Tech, gegenüber EuroHerald. "Aber diese Reaktion ist gefährlich, weil hinter dem Ganzen eine massive Infrastruktur steckt."

Wilfore argumentiert, dass Social-Media-Algorithmen und nicht ein einzelner Influencer den Boom der Männlichkeits-Industrie antreiben. Sie fordert strengere Verbraucherschutzmaßnahmen und mehr Verantwortung der Plattformen. Die Europäische Union hat bereits reagiert und wendet seit 2024 den Digital Services Act an, um strengere Regeln für Inhaltsmoderation, Sicherheit und Transparenz von Online-Plattformen zu etablieren.

Jenseits der digitalen Lösung

David Sasaki, Direktor des Boys & Men Online-Programms am American Institute for Boys and Men, sagt, dass die Auseinandersetzung mit algorithmischen Systemen die Sicherheit aller Nutzer verbessern könnte, betont jedoch die Notwendigkeit von Lösungen in der realen Welt. "Es ist gut, das Problem zu diagnostizieren, aber es gibt schon unzählige Diagnosen von Problemen junger Männer und Jungen in ihrer Welt," sagte er. "Was fehlt, ist die positive Botschaft, was wir dagegen tun können."

Experten schlagen vor, dass Erwachsene Offline-Gemeinschaftsräume und positive Vorbilder schaffen, um jungen Männern Alternativen zu den profitorientierten Ratschlägen im Internet zu bieten.