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Mark Carney warnt Kanada, dass es im Krieg ist, nachdem die USA 50 % Zölle auf 20 Mrd. $ Waren verhängt haben

Washington hat 50 % Zölle auf kanadische Exporte im Wert von 20 Mrd. $ verhängt, und Ottawa plant mit gezielten Gegenmaßnahmen zu reagieren, was das Risiko eines breiteren Handelskonflikts zwischen den Nachbarn erhöht.

Kanadische und amerikanische Flaggen neben einem Frachtcontainer an der Grenze

Mark Carney, Kanadas Finanzminister, sagte, sein Land sei "angegriffen" worden, nachdem die Vereinigten Staaten strenge Zölle auf eine Reihe kanadischer Produkte angekündigt hätten. Der Schritt stellt eine deutliche Eskalation in einem Streit dar, der mit festgefahrenen Verhandlungen in Washington begann und bereits beide Seiten zu weiteren Maßnahmen aufgerufen hat.

Verhängte Zölle und unmittelbare Auswirkungen

Die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump kündigten 50 % Zölle auf etwa 20 Mrd. $ kanadischer Waren an, die von Hockeyschlägern bis zu Zungenabstreifern reichen. Die Abgaben betreffen etwa 5 % dessen, was Kanada jährlich in die USA exportiert. Als Reaktion hat Kanada den 8 September als Beginn seiner eigenen Gegenmaßnahmen festgelegt, die Sektoren wie Stahl, Milchprodukte, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Geräte, Zellstoff und Papier sowie Elektronik betreffen.

"Man ist im Krieg, wenn man angegriffen wird," sagte Mark Carney gegenüber Reportern und fügte hinzu, dass Kanada die Reserven, die Widerstandsfähigkeit und den Plan habe, zu reagieren.

U.S.-Handelsbeauftragter Jamieson Greer verteidigte die Maßnahme und sagte, die Vereinigten Staaten hätten "genug gesagt" und müssten amerikanische Arbeiter und Lieferketten schützen.

Warum der Streit wichtig ist

Kanada und die Vereinigten Staaten handeln jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von 880 Mrd. $ miteinander, wobei 72 % der kanadischen Exporte für die USA bestimmt sind. Täglich überqueren etwa 330 000 Menschen und Waren im Wert von 2 Mrd. $ die 5 525 Meilen lange Grenze. Ein Zerwürfnis gefährdet nicht nur die Preise für Verbraucher, sondern auch das breitere nordamerikanische Handelsgefüge, einschließlich des US-Mexiko-Kanada-Abkommens (USMCA).

Beide Regierungen werfen einander unvernünftige Forderungen vor. Mark Carney erklärte, Ottawa sei bereit, die verbleibenden Gegenzölle auf Stahl, Aluminium und Autos aufzuheben, wenn Washington seine eigenen Zölle deutlich senke, doch die USA hätten "zu viel verlangt und zu wenig geboten". Jamieson Greer entgegnete, die Vereinigten Staaten hätten Kürzungen bei Stahl, Autos und Holz angeboten, würden aber dennoch Maßnahmen ergreifen, die auf die kanadische Vergeltung reagieren.

Ausblick

Die unmittelbare Perspektive ist ungewiss. Ontario Premier Doug Ford versprach, "jedes Werkzeug in unserem Werkzeugkasten" zu nutzen, um den US-Zöllen entgegenzuwirken, während Wirtschaftsführer warnten, dass höhere Kosten die Lieferketten auf beiden Seiten der Grenze belasten könnten. Rechtswissenschaftler weisen darauf hin, dass die USA Abschnitt 338 des Tariff Act von 1930 heranziehen, eine selten genutzte Bestimmung aus der Depression-Zeit, die bis zu 50 % Zölle für Länder erlaubt, die als diskriminierend eingestuft werden.

Die Verhandlungen zum USMCA sind bereits ins Stocken geraten, und die aktuelle Auseinandersetzung könnte die Zukunft des trilateralen Abkommens prägen. Analysten vermuten, dass politischer Druck, insbesondere vor den bevorstehenden Wahlen in den USA, beide Hauptstädte zurück an den Verhandlungstisch zwingen könnte, doch das Vertrauen wird voraussichtlich nachhaltig beschädigt bleiben.