RWE gab am 13. August 2026 bekannt, dass das Nettoinvestitionsziel für das Jahr auf €9-11 bn angehoben wurde, gegenüber den €6-8 bn, die zu Jahresbeginn prognostiziert worden waren.
Warum das Budget erweitert wurde
Das Unternehmen erklärte, dass die zusätzlichen Mittel nötig seien, um sein Ziel von 2030 zu erreichen, die Braunkohleverstromung im Rheinischen Revier stillzulegen, und um den Bau neuer gasbetriebener Kraftwerke wie das Werk Lingen zu unterstützen.
Finanzierung des Braunkohlenstillstands bis 2030
RWE plant, bis März 2030 alle Braunkohlekraftwerke im Rheinischen Revier zu schließen, ein zentrales Element seiner eigenen Zeitplanung, das bereits vor dem nationalen deutschen Kohleausstieg im Jahr 2038 liegt.
Ausgaben für den Netzausbau
€6.5 bn des Budgets für 2026 sind für den Ausbau des deutschen Übertragungsnetzes vorgesehen, ein Schritt, den das Unternehmen als unverzichtbar für die Integration erneuerbarer Erzeugung und das Erreichen der Klimaziele des Landes bezeichnet.
| Posten | Neues Ziel | Vorheriges Ziel | Quelle |
|---|---|---|---|
| Nettoinvestition für 2026 | €9-11 bn | €6-8 bn | RWE press release, 13 Aug 2026 |
| Netzausbau-Zuweisung | €6.5 bn | , | RWE press release, 13 Aug 2026 |
Folgen für die deutsche Energiewende
Indem RWE einen größeren Kapitalanteil in die Netzerweiterung investiert, signalisiert das Unternehmen, dass das Übertragungsnetz sonst zum Engpass werden könnte, wenn es nicht zügig ausgebaut wird. Analysten von BloombergNEF weisen darauf hin, dass dieser Schritt die gesamten deutschen Netzinvestitionen beschleunigen könnte, um den erwarteten Anstieg der erneuerbaren Erzeugung aufzunehmen.
Die Ankündigung erfolgte zusammen mit den Halbjahreszahlen von RWE und einer Erklärung zum geplanten Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion, was die strategische Verknüpfung von Erzeugung, gasbasierten Reservekraftwerken und Netzkapazität unterstreicht.
Ausblick
RWE wird die Aufteilung des neuen Budgets in seinem Jahresfinanzplan später in diesem Jahr detaillieren, während die Aufsichtsbehörden die Amprion-Beteiligungsübernahme prüfen. Beobachter werden verfolgen, ob die €6.5 bn für den Netzausbau in konkrete Projekte umgesetzt werden, bevor die Frist für den Braunkohlenstillstand 2030 erreicht ist.
