Gewerkschaft reicht Einspruch gegen Googles Kauf der Spirit Airlines-Daten ein
Sara Nelson, Präsidentin der Association of Flight Attendants-CWA (AFA-CWA), hat beim US Bankruptcy Court für den Southern District of New York einen Einspruch gegen Googles $10 Millionen-Erwerb des internen Datenarchivs von Spirit Airlines eingereicht.
Was der Deal beinhaltet
Google gewann eine Insolvenzauktion für die digitalen Vermögenswerte des insolventen Unternehmens und setzte sich gegen das rivalisierende KI-Recruiting-Unternehmen Mercor durch. Der Kauf umfasst etwa 100 Millionen E-Mails von Mitarbeitenden, 500 Millionen Microsoft-Teams-Nachrichten sowie Tabellen, Kalender, Software-Code und weitere Geschäftsunterlagen.
Warum die Gewerkschaft besorgt ist
Die Datenschutzarchitektur dieser Transaktion ist verbraucherorientiert; ihr Inhalt ist unverhältnismäßig mitarbeiterorientiert,
so lautet die Einreichung. Die Gewerkschaft argumentiert, dass zwar im Verkaufsdokument Schutzmaßnahmen für Verbraucherdaten erwähnt werden, jedoch keine spezifischen Regelungen zum Schutz von Mitarbeiterinformationen enthalten sind, die nach Ansicht der Gewerkschaft weitaus sensibler seien.
Nelson sagte gegenüber EuroHerald, dass Flugbegleiter bislang keinen angesammelten Urlaub, Krankheitsurlaub oder andere Vergütungen erhalten haben und fügte hinzu, dass der Verkauf ihrer Daten das Salz in die Wunde sei.
Googles Reaktion
Wir haben einen Teil eines Unternehmens-Datensatzes von Spirit Airlines erworben, der uns helfen kann, unsere Produkte und KI-Modelle zu verbessern,
erklärte ein Google-Sprecher und fügte hinzu, dass das Unternehmen keine persönlich identifizierbaren Informationen erwarte. Der Technologieriese gab außerdem an, dass alle erhaltenen Daten von einer nicht genannten Drittpartei anonymisiert werden, bevor sie verwendet werden.
In der Verkaufsunterlage von Google wird behauptet, dass die Vermögenswerte keine Informationen enthalten, die einem Verbraucher zugeordnet oder nach geltendem Recht als personenbezogene Daten eingestuft werden können, und das Unternehmen gibt an, kein Interesse an persönlichen Mitarbeiterdaten zu haben.
Wie es weitergeht
Der Einspruch der Gewerkschaft zielt nicht darauf ab, den Verkauf zu stoppen oder Google zum Rückgängigmachen der Transaktion zu zwingen. Stattdessen fordert die AFA-CWA das Gericht auf, sicherzustellen, dass alle identifizierenden Details, die auf einzelne Mitarbeitende zurückgeführt werden könnten, entfernt werden. Die Entscheidung des Gerichts wird bestimmen, ob die Daten unter den von der Gewerkschaft vorgeschlagenen Datenschutzvorkehrungen übertragen werden können.
Beide Parteien warten auf das Urteil des Gerichts, das darüber entscheiden wird, wie Mitarbeitenden-Daten von insolventen Unternehmen in den USA für das Training von KI genutzt werden dürfen.

