Scott Bessent, der Finanzminister der USA, kündigte am Freitag an, dass die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen die Golden Global Investment Bank verhängt haben, eine türkische Finanzinstitution, die beschuldigt wird, dem Iran beim Transfer von Öleinnahmen aus China in die Türkei geholfen zu haben, wo sie in Bargeld und Gold umgewandelt werden könnten.
Was die Sanktionen zum Ziel haben
Das Finanzministerium erklärt, dass die Bank und ihre Tochtergesellschaften gegründet wurden, um Irans Ölexporte zu ermöglichen, bestehende Beschränkungen zu umgehen. Es wird behauptet, die Bank habe wissentlich Dienstleistungen für iranische Unternehmen erbracht, die bereits 2022 unter US-Sanktionen standen, weil sie die Öleinnahmen Teherans weitergeleitet haben.
Warum der Schritt wichtig ist
Die Maßnahme ist Teil von "Operation Economic Outcast", einer von der Trump-Administration gestarteten Kampagne, die darauf abzielt, den Iran von seinen verbliebenen Handelspartnern zu isolieren. Durch die Zielsetzung einer türkischen Bank hofft Washington, Länder unter Druck zu setzen, die weiterhin mit Teheran Geschäfte machen, und zu zeigen, dass Sanktionen auch außerhalb des Nahen Ostens durchgesetzt werden.
"Während wir hoffen, dass keine weiteren Banken sanktioniert werden müssen, hängt das letztlich davon ab, wie schnell die internationale Gemeinschaft zur Vernunft kommt und die Unterstützung des mörderischen iranischen Regimes einstellt," sagte Scott Bessent in einer Pressemitteilung.
Die Sanktionen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die Vereinigten Staaten zudem den militärischen Druck auf den Iran erhöhen und diplomatische Bemühungen zur Eindämmung der iranischen Ölfinanzierung gemischte Ergebnisse erzielt haben. Zuvor hatten die USA die Sanktionen gegen eine ägyptische Bank, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig ist, ausgesetzt, was einen selektiven Durchsetzungsansatz verdeutlicht.
Was als Nächstes passieren könnte
Washington hat gewarnt, dass andere Finanzinstitute mit Verbindungen zum Iran ähnliche Strafen erhalten werden, wenn sie sich nicht zurückziehen. Die Erklärung des Finanzministeriums deutet auf eine fortgesetzte Zusammenarbeit mit Verbündeten hin, um illegale Finanzströme zu verfolgen und zu blockieren.
In der Türkei folgt die Maßnahme auf eine kürzlich erzielte Einigung der staatlichen Halkbank mit dem US-Justizministerium in einem langjährigen Verfahren, das die illegale Verlagerung von rund 20 Milliarden US-Dollar an iranischen Öleinnahmen betraf. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor das Weiße Haus dazu gedrängt, das Halkbank-Verfahren fallen zu lassen, was auf mögliche diplomatische Spannungen hinweist.
Analysten zufolge könnten die Sanktionen die US-Türkei-Beziehungen weiter belasten und die Widerstandsfähigkeit des türkischen Bankensektors prüfen, der versucht, den Außenhandel über Investmentbanken wie Golden Global auszubauen. Die weiterreichende Wirkung wird davon abhängen, wie schnell andere Länder, insbesondere China und Indien, ihre Beziehungen zum Iran an den US-Druck anpassen.

