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Scott Bessent verdoppelt US-Staatsanleihe-Rückkäufe in riskanter Operation Twist

US-Finanzminister Scott Bessent hat die Rückkäufe von Staatsanleihen im Rahmen einer neuen Operation Twist verdoppelt, um die Zinskurve zu ebnen. Geschichte und rasches Geldwachstum deuten darauf hin, dass die Intervention ineffektiv sein könnte.

US-Finanzministerium-Gebäude mit Diagrammen der Anleiherenditen

Scott Bessent hat das Finanzministerium angewiesen, sein Rückkaufprogramm für US-Staatsanleihen zu verdoppeln und mindestens 4 Milliarden $ zu investieren. Der Schritt, der unter Präsident Donald Trump angekündigt wurde, wird als neue Variante von "Operation Twist" präsentiert: Langfristige Schuldtitel werden gekauft, während gleichzeitig ein gleichwertiger Betrag an kurzfristigen Papieren verkauft wird, um die langfristigen Renditen zu senken.

Was das Finanzministerium tut

Der Plan des Finanzministeriums besteht darin, die Zinskurve zu glätten, indem die Nachfrage von kurzfristigen auf langfristige Wertpapiere verlagert wird. Theoretisch sollte dies die Finanzierungskosten für Unternehmen und Haushalte niedrig halten und gleichzeitig die kurzfristigen Zinsen anheben.

Warum der Schritt wichtig ist

Die Renditen werden von zwei Kräften bestimmt: dem Angebot und der Nachfrage nach Krediten sowie den Inflationserwartungen, die durch die Geldpolitik gesetzt werden. Bleibt die Geldpolitik der Federal Reserve unverändert, könnte die Twist-Strategie nur funktionieren, wenn Investoren die neue Zinsstruktur akzeptieren. Frühere Versuche zeigen, dass sich die Märkte ohne unterstützende monetäre Bedingungen schnell neu ausbalancieren und temporäre Gewinne wieder verschwinden.

Historische Versuche von Operation Twist

Es gab drei bemerkenswerte Twists. Der erste, in den USA zwischen 1961 und 1965, zielte darauf ab, die Investitionen zu steigern, indem langfristige Zinsen gesenkt und kurzfristige Renditen erhöht wurden, um ausländisches Kapital anzuziehen. Das schnelle Geldwachstum in dieser Zeit löste Inflation aus, wodurch "Bond Vigilantes" höhere Renditen forderten und die Politik zusammenbrach.

Der zweite, im September 2011, war Teil des quantitativen Lockerungsprogramms der Federal Reserve unter Ben Bernanke. Durch die Verlängerung der durchschnittlichen Laufzeit ihres Portfolios hoffte die Fed, nach der Großen Rezession Wohnungs- und Unternehmensinvestitionen anzukurbeln. Das beschleunigte Geldwachstum von 4 % auf 10 % half der Wirtschaft, sich zu erholen, was darauf hindeutet, dass der Twist nur als Bestandteil einer breiteren Lockerung Erfolg hatte.

Der dritte Fall betraf die Bank of Japan von 2016 bis 2024, wo die "Yield-Curve-Control" mit massiven Assetkäufen kombiniert wurde. Trotz der Tatsache, dass die Bank fast die Hälfte der japanischen Staatsverschuldung hielt, blieb das Geldwachstum unter 3 % pro Jahr, was jeglichen Schub für Aktivität oder Inflation begrenzte und die Politik wirkungslos machte.

Warum der aktuelle Schritt scheitern könnte

In der ersten Hälfte des Jahres 2026 liegt das breite Geldwachstum in den Vereinigten Staaten nahe zweistelliger Prozentzahlen. Eine solch rasche Expansion schürt Inflationserwartungen, die wiederum die Bond Vigilantes befähigen, die Renditen nach oben zu treiben. Ohne eine Straffung der Geldpolitik durch die Federal Reserve wird die Twist-Strategie wahrscheinlich neutralisiert, da Investoren ihre Portfolios an die vorherrschende Inflationsaussicht anpassen.

Was als Nächstes passiert

Damit die Strategie von Scott Bessent zu niedrigeren langfristigen Zinsen führt, müsste die Federal Reserve das Geldwachstum bremsen, entweder durch Anhebung der kurzfristigen Zinsen oder durch Reduzierung des Ausbaus ihrer Bilanz. Ohne einen solchen Kurswechsel könnte die Intervention des Finanzministeriums eher ein symbolischer Akt bleiben als ein entscheidender Markttreiber.

Analysten werden in den kommenden Monaten genau beobachten, ob sich die Haltung der Fed ändert, denn das Zusammenspiel von fiskalischen Maßnahmen und Geldpolitik wird bestimmen, ob die Twist-Strategie die Zinskurve beeinflussen kann oder einfach im Hintergrund verklingt.