Sebastian Hylving, CEO von Ingka Centres, dem Immobilienzweig des weltweit größten Ikea-Franchisenehmers, hat ein Pariser Einkaufszentrum in ein Feder-Kampfgebiet verwandelt. Im Juni beherbergte das Italie-Deux-Center die französische Premiere der Pillow Fight Championship und lud Erwachsene ein, in einem gepolsterten Ring zu kämpfen, während professionelle Kämpfer kostenlose Trainings anboten.
Kissenkampf zieht Besucher in Paris an
Die von Ingka Centres gesponserte Veranstaltung füllte das Einkaufszentrum mit Zuschauern, die das aus den USA importierte spielerische Kampfsportereignis beobachten und selbst mitmachen wollten. Die Organisatoren stellten das Spektakel als Gemeinschaftserlebnis dar und ermutigten die Käufer, länger zu verweilen als bei einem üblichen Einkauf.
Erlebnisorientierte Strategie hinter der Aktion
Ingka Centres betreibt 38 Objekte, die jeweils einen Ikea-Markt in 15 Ländern Europas, Asiens und Amerikas umfassen, und rangiert auf Platz 88 der europäischen EuroHerald 500. Da der Online-Handel die traditionellen Besucherzahlen schwinden lässt, setzt die Gruppe darauf, dass kuratierte Events die Einkaufszentren zu Zielen machen statt nur zu Transaktionsorten.
"Ein Einkaufszentrum sollte wie ein Freizeitpark sein", sagte Sebastian Hylving. "Wenn es keine Schlange vor der Tür gibt, muss man das Angebot ändern. Der Rest hängt davon ab, was drinnen ist und ob es einen Grund gibt, zurückzukehren."
Hylving argumentiert, dass die Lage weniger wichtig sei als die Qualität der im Inneren gebotenen Erlebnisse. In Schweden hat Ingka mit dem Svenska E-sportförbundet e-Sport-Turniere veranstaltet, während ein Pippi-Langstrumpf-Erzähl-Event in China im Jahr 2025 mehr als 24 Millionen Besucher anzog.
Einzelhandelsaufschwung in ganz Europa
Der stationäre Einzelhandel hat eine turbulente Phase durchlebt; allein im Vereinigten Königreich wurden 2024 laut dem Centre for Retail Research 13 500 Filialen geschlossen. Daten des Immobilienunternehmens JLL zeigen jedoch einen Jahreszuwachs von 39 % bei Neueröffnungen in europäischen Städten im Jahr 2025, und die Prognose von CBRE für 2026 sagt einen Trend zu erlebnisreichen Räumen voraus.
Hylving weist auf eine breitere kulturelle Rückkehr zu analogen Aktivitäten hin, von Kinobesuchen bis hin zu persönlichen Partnervermittlungs-Events, und deutet an, dass gemeinsame Erlebnisse nach Jahren digitaler Dominanz wieder an Attraktivität gewinnen.
Zukünftige Pläne und Herausforderungen
Ingka Centres will natürliche Treffpunkte in seinen Einkaufszentren verankern. Ein bevorstehendes Projekt in Indien wird einen Garten für Gemeinschaftsmahlzeiten umfassen, was das Ziel des Unternehmens widerspiegelt, für die Anwohner "Wohnzimmer" zu schaffen.
Die Besucherzahlen im gesamten Ingka-Portfolio erreichten 2025 320 Millionen, ein Anstieg von 18 % gegenüber dem Vorjahr, und die Umsätze in den Begegnungsbereichen liegen laut Berichten über dem Zielwert. Die Gruppe hebt zudem ökologische Erfolge hervor: Der operative CO₂-Fußabdruck wurde in den letzten zehn Jahren um 77 % reduziert, dank Designentscheidungen wie natürlicher Beleuchtung und lokal bezogenen Materialien.
Mit Blick auf die Zukunft wird Ingkas Expansion nach Indien, mit Megaprojekten in der Nähe von Delhi in Gurugram und Noida, prüfen, ob das erlebnisorientierte Konzept kulturübergreifend funktioniert. Hylving gibt zu, dass logistische Hürden, etwa die Verpflegung von 3 000 Bauarbeitern bei Gasengpässen, die Notwendigkeit lokaler Anpassungen verdeutlichen.
In einem Markt, in dem Käufer online shoppen oder einfach vorbeigehen können, fasst Hylving zusammen, dass Einkaufszentren kontinuierlich Besucher verdienen müssen. "Jeder Tag ist Spieltag. Man kann sich nicht auf Lorbeeren ausruhen", sagt er.

