Am 11. September 2001 wurden Passagierflugzeuge der United States entführt und in das World Trade Center sowie das Pentagon gesteuert, wobei fast 3.000 Menschen starben. Der Schock der Anschläge löste einen raschen Wandel der amerikanischen Sicherheitspolitik aus, der zum Patriot Act von 2001, zur Schaffung einer sogenannten \"Wall\", die Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden trennt, und zu einer Reihe von militärischen Einsätzen im Ausland führte.
Warum die Reaktion wichtig ist
Die sichtbarste Folge war die Invasion des Iraq im Jahr 2003. Die Bush-Administration argumentierte, Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen und habe Verbindungen zur 9/11-Verschwörung, Behauptungen, die später widerlegt wurden. Der Krieg forderte Hunderttausende zivile Todesopfer und führte zu einer langanhaltenden Aufstandsbewegung, die in den umfassenderen Kampf gegen den Extremismus mündete.
Gleichzeitig intensivierte die United States ihre Unterstützung für die afghanischen Mudschaheddin während der sowjetischen Besatzung (1979-1989). Nach dem Abzug der Sowjets reduzierte die United States ihr Engagement, wodurch ein Machtvakuum entstand, das den Aufstieg der Taliban ermöglichte. Die anschließende Invasion von Afghanistan im Jahr 2001 hatte das Ziel, al-Qaida zu zerschlagen und die Taliban zu vertreiben, doch der Konflikt entwickelte sich zu einem zwanzigjährigen Krieg mit gemischten Ergebnissen.
„Koalitionskriege erfordern auch Koalitionspolitiken im Umgang mit feindlichen Gefangenen. Vorwürfe, dass die United States … Gefangene misshandelt haben, erschweren den Aufbau der diplomatischen, politischen und militärischen Allianzen, die die Regierung benötigen wird.", 9/11-Kommissionsbericht
Die nach 9/11 eingeleiteten Geheimdienstreformen umfassten die Gründung des Department of Homeland Security und die Verabschiedung des Patriot Act, der die Überwachungsbefugnisse ausweitete. Kritiker argumentieren, dass diese Maßnahmen die bürgerlichen Freiheiten aushöhlten, und nennen Beispiele wie Bibliothekare, die verpflichtet wurden, die Lesegeschichte ihrer Nutzer preiszugeben.
Europäische Perspektive und anhaltende Bedenken
Europa ist sowohl Partner als auch Kritiker der US-Politik. Die Europäische Union leistete humanitäre Hilfe für den Jemen, wo amerikanische Drohnenangriffe lokalen Unmut ausgelöst haben. In Kuwait hat die öffentliche Meinung sich stark gegen die United States gewandt, wobei viele die amerikanischen Aktionen für die zunehmenden regionalen Spannungen verantwortlich machen.
Europäische Regierungen kämpfen zudem mit den Folgen der von den USA geführten Interventionen, von den Flüchtlingsströmen, die durch die Kriege im Irak und in Afghanistan entstanden sind, bis zu den Sicherheitsherausforderungen durch zurückkehrende Kämpfer. Das eigene Gegenterrorismus-Rahmenwerk der EU wurde von der nach-9/11-Sicherheitsarchitektur geprägt, was Debatten über das Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Privatsphäre auslöst.
Was kommt als Nächstes?
US-Politiker stehen unter Druck, das Erbe der vergangenen zwei Jahrzehnte neu zu bewerten. Forderungen nach mehr Transparenz beim Austausch von Geheimdienstinformationen, einer Reduzierung von Drohnenoperationen und einer Verlagerung von militärischer Hilfe hin zu Entwicklungs-Aid hallen in Washington und Brüssel wider. Europäische Beamte argumentieren, dass nachhaltige Stabilität Investitionen in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur in konfliktbetroffenen Regionen erfordere, anstatt sich auf kinetische Gewalt zu verlassen.
Während die United States weiterhin ihre Rolle im Nahen Osten ausloten, bleibt die Frage, ob die Lehren aus 9/11 zu einer besonneneren Außenpolitik führen oder der Kreislauf aus Interventionen und Gegenreaktionen bestehen bleibt. Für Europa wird die Antwort ihre eigenen Sicherheitsstrategien und das Verhältnis zu ihrem transatlantischen Verbündeten prägen.

