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Alexander Siepp führt KI-gestütztes „Agentic Investing" bei Scalable Capital ein

Scalable Capital hat einen KI-basierten Service eingeführt, der Kunden ermöglicht, Assistenten wie Claude und ChatGPT zur Analyse von Portfolios und zur Ausführung von Trades zu nutzen, wobei die Nutzer jede Transaktion weiterhin genehmigen müssen.

Scalable Capital Büro mit Symbolen, die KI-Assistenten wie ChatGPT und Claude darstellen

Alexander Siepp, Chief Product Officer von Scalable Capital, kündigte die Einführung eines "Agentic Investing"-Dienstes an, der die Plattform der deutschen Bank mit wichtigen KI-Assistenten wie Claude, ChatGPT und Grok verbindet. Die Integration nutzt das Model Context Protocol (MCP), um Anlegern zu ermöglichen, natürliche Sprachaufforderungen zu geben, die Portfolio-Analysen, Sparpläne und Handelsaufträge erzeugen.

Wie der Service funktioniert

Kunden können ihre Scalable-Konten über das MCP mit unterstützten KI-Agenten verbinden, einem Standard, der externen Tools die Interaktion mit der regulierten Infrastruktur der Bank ermöglicht. Ein Anleger könnte einen Assistenten bitten, Aktien zu identifizieren, die über mehrere Monate gefallen sind, diese zu überwachen und nach Anweisung eine Order vorzubereiten. Die KI liefert den Handelsempfehlung, doch der Nutzer muss die Transaktion bestätigen, bevor sie ausgeführt wird.

Warum dieser Schritt wichtig ist

Scalable Capital, 2014 gegründet, verwaltet heute mehr als 60 Milliarden € an Kundengeldern und betreut über eine Million Kunden in Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Frankreich und den Niederlanden. Durch die direkte Einbindung von KI in den Handelsablauf will die Bank die Informationsasymmetrie verringern und Privatanlegern Zugang zu anspruchsvollen Analysen verschaffen, die bislang ausschließlich professionellen Händlern vorbehalten waren.

In einer aktuellen Studie von Elm Wealth schnitten KI-Modelle bei der Vorhersage der Marktrichtung gut ab. Claude übertraf menschliche Teilnehmende in 76 % von rund 200 Testsitzungen, während ChatGPT in 63 % der Fälle erfolgreich war. Die Forschung zeigte jedoch auch, dass die Modelle dazu neigen, ein zu hohes Risiko einzugehen, wenn sie entscheiden, wie viel investiert werden soll, ein Faktor, der bei fehlender Kontrolle zu erheblichen Verlusten führen könnte.

Wie es weitergeht

Siepp wies darauf hin, dass die Akzeptanz je nach Kundensegment unterschiedlich ausfallen kann und dass es sich bei dem Service nicht um eine formelle Partnerschaft mit den KI-Entwicklern handelt. "Es schafft definitiv ein ausgeglichenes Spielfeld", sagte er und betonte, dass die KI-Anbindung denselben Sicherheitsprotokollen wie die bestehenden Anwendungen von Scalable folgt, einschließlich starker Kundenauthentifizierung.

Obwohl die Bank KI-Assistenten nicht erlaubt, Geld eigenständig zu transferieren, plant das Unternehmen, das Angebot anhand von Nutzer-Feedback und regulatorischen Vorgaben weiter zu verfeinern. Da KI-Werkzeuge immer leistungsfähiger werden, wird das Gleichgewicht zwischen Komfort und Risikomanagement voraussichtlich die Zukunft des Privatkundengeschäfts in Europa prägen.