Katya Andresen trat im September 2021 als Chief Data, Digital and AI Officer bei Cigna Group ein und sagt jetzt, das Unternehmen verlagere seinen Fokus von "how do I use AI?" zu "how do I lead in an age of AI?". Die neue Formulierung lenke, so argumentiert sie, die Aufmerksamkeit vom Jagen einzelner Werkzeuge hin zur Messung echter Gesundheitsergebnisse.
KI-Projekte, die erhebliche Einsparungen versprechen
Cigna kündigte im Sommer an, dass seine KI-gestützten prädiktiven Analysen in den nächsten drei Jahren voraussichtlich 200 Millionen Dollar einsparen könnten, indem chronische Erkrankungen wie Krebs, Nierenerkrankungen und Hochrisikoschwangerschaften frühzeitig erkannt und Patienten mit Ärzt*innen verbunden werden. In einem separaten Engagement versprach der Versicherer bis 2028 100 Millionen Dollar für den Einsatz von KI zur Automatisierung klinischer Dokumentation und zur Beschleunigung von Rezeptabläufen.
Gezielter Einsatz generativer KI zur Senkung von Medikamentenkosten
Andresen erklärte gegenüber EuroHerald, dass Cigna tausende vergangener Kundengespräche über Biologika und Biosimilars analysiert habe. Durch die Nutzung dieser Erkenntnisse zur Erstellung digitaler Botschaften, die zu einem Wechsel zu günstigeren Biosimilars ermutigen, wählte mehr als 80 Prozent der Patient*innen die kostengünstigere Alternative. Ein hochpreisiges Biologikum, Humira, kann 7.000 Dollar pro Monat kosten; der Wechsel zu Biosimilars habe "a couple hundred million dollars of savings for patients" erzeugt, sagte sie.
"That led to a lot more margin. But more importantly, it created a couple hundred million dollars of savings for patients," Andresen said.
Warum der KI-Schub für Patient*innen und den Versicherer wichtig ist
Cigna, mit einem Jahresumsatz von 275 Milliarden Dollar und einem Platz in der EuroHerald-500-Liste, agiert in einem Markt, in dem die nationalen Gesundheitsausgaben über 5 Billionen Dollar liegen. Steigende Raten chronischer Krankheiten, eine alternde Bevölkerung und sprunghafte Medikamentenpreise setzen Versicherer unter Druck, Effizienz zu finden. Eine Gallup-Umfrage aus dem April ergab, dass fast sechs von zehn Menschen KI nutzen, um Gesundheitsinformationen vor einem Arztbesuch zu recherchieren, und etwa 14 Millionen Erwachsene einen Besuch nach Konsultation eines KI-Tools ausgelassen haben.
Regulatorische Schutzmaßnahmen und zukünftige Richtungen
Andresen betonte, dass Cignas langjähriger Compliance-Rahmen, der für Machine-Learning-Modelle entwickelt wurde, dem Unternehmen einen Vorsprung bei der Steuerung von KI-Chatbots verschaffe, die sensible Patientendaten verarbeiten. Sie fügte hinzu, dass persönliche Erfahrung, die Brustkrebsdiagnose eines nahen Familienmitglieds, die Notwendigkeit von KI verdeutlicht habe, die nicht nur Informationen navigiert, sondern auch die Versorgung personalisiert.
"I think we're headed to a place where AI in health-care becomes conversational, ambient, and more proactive," Andresen said.
In Zukunft plant Cigna, proprietäre Daten mit Partnerschaften großer KI-Anbieter wie OpenAI und Anthropic zu kombinieren und gleichzeitig mit spezialisierten Start-ups wie Sierra zusammenzuarbeiten, die konversationelle Agenten für den Kundenservice entwickeln. Weitere Einsätze umfassen die Zusammenfassung von Call-Center-Transkripten mittels großer Sprachmodelle und einen KI-virtuellen Assistenten in der Cigna-Mobile-App, der die Notizzeit für Tele-Health-Ärzt*innen um bis zu 90 Prozent reduziert.
Was kommt als Nächstes?
Andresen erwartet, dass der Versicherer die KI-gestützten Werkzeuge weiter ausbaut, die Patientenbedürfnisse antizipieren, Behandlungsempfehlungen verfeinern und Ergebnisse zurück in die Modelle speisen, um kontinuierliche Verbesserungen zu ermöglichen. Mit zunehmender KI-Einführung im Gesundheitswesen zielt Cignas Strategie darauf ab, Kostendruck in Chancen für bessere, erschwinglichere Versorgung zu verwandeln.

