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Bartjan Wegter warnt, dass ein Drittel der EU-Terrorverhaftungen Minderjährige betreffen, während Online-Extremistennetzwerke wachsen

EU-Koordinator für Terrorismusbekämpfung Bartjan Wegter sagt, dass ein Drittel der im Block im vergangenen Jahr wegen Terrorismus Verhafteten unter 18 war, was auf einen Anstieg von Online-Extremistennetzwerken hinweist, die Gewalt zu einem Statusspiel für junge Menschen machen.

Junge Menschen nutzen Smartphones, während extremistische Symbole auf dem Bildschirm erscheinen

Bartjan Wegter, der Koordinator für Terrorismusbekämpfung der Europäischen Union, sagte der Associated Press, dass ein Drittel der im vergangenen Jahr im gesamten Block wegen terroristischer Verdachts festgenommenen Personen unter 18 Jahre alt war. Er warnte, dass Online-Extremistengemeinschaften zunehmend junge Jungen rekrutieren und Gewalt zu einer Form der Unterhaltung machen.

Umfang der Bedrohung im Jahr 2023

Laut der EU-Polizeibehörde Europol wurden im Jahr 2023 in zehn der 27 Mitgliedstaaten 45 Terroranschläge registriert. Keiner dieser Vorfälle führte zu Massenopfern, doch sechs Menschen kamen ums Leben und etwa die Hälfte der geplanten Anschläge wurde vereitelt, bevor sie ausgeführt werden konnten.

Europol meldete, dass in 21 Ländern 486 Personen, die im Verdacht standen, terroristische Verbindungen zu haben, festgenommen wurden. Dschihadistische Gruppen, häufig mit Netzwerken außerhalb Europas verbunden, standen hinter 24 der Anschläge und machten mehr als 70 % der Verhaftungen aus. Von den Inhaftierten waren etwa ein Drittel unter 18, die Mehrheit davon Jungen.

Entstehende Form des nihilistischen gewalttätigen Extremismus

Ermittler aus neun europäischen Ländern identifizierten etwa 4.340 Webadressen, die mit einer Online-Gemeinschaft namens "The COM" verknüpft sind. Die Gruppe wird als Knotenpunkt für nihilistischen gewalttätigen Extremismus beschrieben, einer Gewaltform, die um ihrer selbst willen verfolgt wird und nicht einer klaren politischen Ideologie dient.

"Es ist Gewalt um der Gewalt willen", sagte Wegter.

Europol führt keine gesonderten Statistiken zu diesem Phänomen, da seine Definition mit gewöhnlicher Kriminalität und Terrorismus überschneidet.

Fälle, die den Trend veranschaulichen

In Finnland erstach ein 16-jähriger Junge im Jahr 2025 drei weibliche Klassenkameradinnen, veröffentlichte ein Video des Angriffs auf Snapchat und verbreitete ein Manifest über WhatsApp, um Berühmtheit zu erlangen. In Italien plante ein 15-jähriger Jugendliche einen Mord, um online Ruhm zu gewinnen, und speicherte grafische Bilder und Videos auf seinem Handy.

Deutsche Behörden deckten zudem ein 20-jähriges Mitglied des berührten Netzwerks "764" auf, das von dem amerikanischen Extremisten Bradley Cadenhead gegründet wurde und dem mehr als hundert Anklagen, darunter Mord und sexueller Missbrauch von Kindern, vorgeworfen werden.

Warum es für die europäische Sicherheit wichtig ist

Wegter betonte, dass diese Vorfälle nicht isoliert seien. Sie werden über verschlüsselte Online-Räume koordiniert, in denen junge Teilnehmer kaum digitale Spuren hinterlassen. Das Fehlen vorheriger Vorstrafen erschwert die Erkennung, und der Einsatz von KI-generierter Propaganda, Deepfakes und Rekrutierungs-Bots verstärkt die Reichweite extremistischer Inhalte.

Was als Nächstes kommt

Die EU plant, die Strafverfolgungsbehörden mit fortschrittlichen digitalen Werkzeugen auszustatten, um diese Netzwerke zu verfolgen und zu zerschlagen. Wegter forderte eine intensivere grenzüberschreitende Zusammenarbeit und wies darauf hin, dass Bedrohungen aus dem Ausland schnell auf die europäische Sicherheit übergreifen.

Gleichzeitig argumentieren Datenschutzbefürworter, dass Überwachungsmaßnahmen die grundlegenden Kommunikationsrechte respektieren müssen. Das Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Privatsphäre wird die Reaktion der EU prägen, da KI-gestützte Werkzeuge bei der Rekrutierung von Extremisten immer verbreiteter werden.