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Daniel Thomas treibt den Anstieg des englischen Tribalismus an

Daniel Thomas, Leiter der Patriot Platform, mobilisiert englische Männer um ethnische Gruppenloyalität und signalisiert damit einen Wandel von der nachkriegszeitlichen De-Tribalisation hin zu einer feindlicheren tribalistischen Landschaft in Großbritannien.

Protestierende schwenken englische Fahnen auf einer Straße in Portsmouth

Daniel Thomas, der Organisator der neu gegründeten Patriot Platform, hat eine Reihe von Straßenprotesten inszeniert, die offen englische ethnische Solidarität propagieren. Die jüngste Demonstration fand in Portsmouth statt, wo die Teilnehmenden Fahnen hissten und Parolen skandierten, die multikulturelle Politiken ablehnten und strengere Kontrollen der britischen Seegrenzen forderten.

Aufstieg der Patriot Platform

Das rasche Wachstum der Bewegung folgt früheren englisch-nationalistischen Aktionen wie den Kundgebungen der English Defence League unter der Leitung von Tommy Robinson. Während die EDL vor allem anti-islamische Stimmung verbreitete, erweitert die Patriot Platform die Erzählung zu einem breiteren Anspruch, "englische Frauen und Kinder" vor einem von ihr als "unüberprüften Männern" beschriebenen Zustrom zu schützen.

Laut Thomas ist der Auslöser für die Gruppe das wahrgenommene Versagen internationalistischer Politiker, die Grenzen des Landes zu sichern, ein Thema, das bei einem Teil der Arbeiterklasse, das sich von den etablierten Parteien im Stich gelassen fühlt, Anklang findet.

Historischer Kontext und warum er wichtig ist

Großbritannien hat sich lange auf einen nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Konsens berufen, der tribalistische Loyalitäten zugunsten eines gemeinsamen "British values"-Rahmens in den Hintergrund rückte. Soziologen wie Eric Kaufmann haben dies als "asymmetrischen Multikulturalismus" bezeichnet, ein Modell, das den Einzelnen zuerst als Bürger und nicht als Mitglied einer ethnischen Gruppe sieht.

Neuere Forschung weist darauf hin, dass die digitale Revolution die Anreize zur Integration geschwächt hat. Smartphones und Übersetzungs-Apps erleichtern Migration, während Online-Echokammern gruppeninterne Identitäten verstärken. Infolgedessen sind ehemals homogene Arbeiterklassenviertel heute ein Flickwerk konkurrierender ethnischer Enklaven, jede mit eigenen informellen Wirtschaften und teilweise kriminellen Netzwerken.

"In multiracial societies, you don't vote in accordance with your economic interests and social interests, you vote in accordance with race and religion.", Lee Kuan Yew

Das Wiederaufleben tribalistischer Denkweisen bedroht die Rechtsstaatlichkeit, die die moderne britische Regierungsführung trägt. Wenn große Gruppen ethnische Loyalität über nationales Recht stellen, könnte das Rechtssystem zu einer dünnen Schicht über konkurrierenden Stammesinteressen werden und den sozialen Zusammenhalt sowie die öffentliche Sicherheit untergraben.

Mögliche Entwicklungspfade

Experten warnen, dass Großbritannien bei fortgesetztem Zuzug von Anhängern zur Patriot Platform einen Wandel hin zu lokalisierten, quasi-feudalen Machtstrukturen erleben könnte, die an die frühe mittelalterliche Heptarchie erinnern. In einem solchen Szenario würde Autorität von charismatischen Führern ausgeübt, die Loyalität durch geteilte Identität statt durch demokratische Institutionen sichern.

Gleichzeitig behält das politische Establishment die Möglichkeit zu intervenieren. Maßnahmen, die echte Sicherheitsbedenken adressieren und gleichzeitig inklusive bürgerschaftliche Werte stärken, könnten die Anziehungskraft tribalistischer Rhetorik abschwächen. Ein zu hartes Vorgehen könnte jedoch als "zweistufige" Regierungsführung dargestellt werden und die Wahrnehmung einer "Wir-gegen-sie"-Spaltung weiter verfestigen.

Was als Nächstes geschieht, wird davon abhängen, ob der Staat eine strenge Grenz­durchsetzung mit Politiken, die Integration fördern, in Einklang bringen kann und ob Gemeinschaftsführer eine alternative Erzählung bieten, die sowohl kulturelle Vielfalt als auch ein gemeinsames Zugehörigkeitsgefühl wertschätzt.