Javier Milei wandte sich am 4. September an die Nation und forderte Argentinien auf, schnell zu handeln und ein vereintes Auftreten zu den umstrittenen Falklandinseln zu zeigen. Der argentinische Führer, dessen Zustimmungsrate im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in die niedrigen Dreißiger gesunken ist, stellte die Inseln als Symbol nationaler Erlösung dar.
Mileis erneuerte Rhetorik zu den Falklandinseln
Im Jahr 2024, als seine Beliebtheit knapp unter 50 Prozent lag, hatte Milei Direktflüge zu den Inseln wieder eingeführt und die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher öffentlich als historische Größe gelobt. Diese Gesten verschafften ihm Bewunderung bei einigen britischen Konservativen, die in ihm eine gleichgesinnte anti-Establishment-Persönlichkeit sahen.
Jetzt, wo seine Unterstützung nachlässt, hat Milei das Malvinas-Thema erneut aufgegriffen und die „Winde des Wandels" beschworen, ein Ausdruck, den Harold Macmillan 1960 berühmt zur Beschreibung der Entkolonialisierung in Afrika verwendete. Milei deutete an, dass globale Veränderungen Argentiniens Anspruch begünstigen, ein Satz, der Beobachter in London beunruhigt hat.
„Das Vereinigte Königreich steht vor mehreren Migrations-, demografischen und wirtschaftlichen Krisen ohne klare Lösung", sagte Milei in seiner Rede.
Reaktion der britischen Rechten
Prominente Mitglieder der britischen Rechten haben Mileis Position aufgegriffen. Kemi Badenoch bezeichnete sich selbst als „Milei Großbritanniens", während Nigel Farage den argentinischen Präsidenten als „Thatcherismus auf Steroiden" bezeichnete. Der ehemalige Premierminister Liz Truss soll Milei als ihren Lieblingskonservativen genannt haben, eine Behauptung, die Milei selbst verneinte zu kennen.
Kritiker argumentieren, dass jahrelanges Lob der britischen Rechten für Milei, zusammen mit der Unterstützung anderer populistischer Bewegungen, das Bild einer schwachen Großbritannien verstärkt habe. Einige warnten, dass die jüngste Einigung über die Chagos-Inseln mit Mauritius einen Präzedenzfall für zukünftige Herausforderungen britischer Überseegebiete schaffen könnte.
Breitere geopolitische Implikationen
US-Beamte haben auf eine mögliche Wende in der amerikanischen Politik hingewiesen. Es wurde berichtet, dass das Pentagon seine bislang neutrale Haltung zu den Falklandinseln überprüft, und der ehemalige US-Präsident Donald Trump deutete an, dass er zögern könnte, Großbritannien in einem Konflikt zu unterstützen, was eine transaktionale Sichtweise von Allianzen widerspiegelt.
Amerikanischen Diplomaten wird nachgesagt, sie hätten gesagt: „Südamerikanische Länder auf seiner Seite zu halten, könnte strategisch wichtiger sein, als die Briten aus nostalgischen Gründen zu erfreuen." Dieser Kommentar unterstreicht die Wahrnehmung, dass das Vereinigte Königreich im Atlantik an Einfluss verliert.
„Spannende Entwicklungen geschehen im westlichen Halbkugel", schrieb die US-Unterstaatssekretärin für öffentliche Diplomatie Sarah Rogers zusammen mit einem Foto von ihr und Milei.
Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Fähigkeit des Vereinigten Königreichs auf, seine Überseegebiete zu verteidigen, und zur Zukunft der sogenannten „Special Relationship" mit den Vereinigten Staaten.
Was kommt auf uns zu?
Da die argentinische Wahl näher rückt, wird Milei das Falkland-Thema wahrscheinlich im Zentrum seiner Kampagne halten, um nationalistische Stimmung zu mobilisieren. In Großbritannien könnten die rechten Fraktionen, die Milei angenommen haben, vor einem Dilemma stehen: einen ausländischen Führer weiter zu unterstützen, der die britische Souveränität infrage stellt, oder sich distanzieren, um innenpolitische Gegenreaktionen zu vermeiden.
Die kommenden Monate werden prüfen, ob das Vereinigte Königreich sein Bekenntnis zu den Falklandinseln bekräftigen kann, ohne verwundbar zu wirken, und ob die Rhetorik des argentinischen Präsidenten in konkrete diplomatische oder militärische Maßnahmen übergeht.

