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Emmanuel Macron unterstützt Frankreichs €75.000 Bußgeld pro Telemarketing-Anruf

Frankreich hat ein Gesetz verabschiedet, das unerwünschte Telemarketing-Anrufe verbietet, sofern Verbraucher nicht vorher zugestimmt haben, und Bußgelder von bis zu €75.000 pro illegalem Anruf vorsieht. Der von Präsident Emmanuel Macron unterstützte Schritt soll Verbraucher schützen und könnte Auswirkungen auf ausländische Call-Center-Operationen haben, insbesondere in Marokko.

Französische Verbraucherschutzbeamte diskutieren das neue Telemarketing-Verbot

Emmanuel Macron hat die Einführung eines neuen französischen Gesetzes überwacht, das unerwünschte Telemarketing-Anrufe verbietet, sofern der Empfänger nicht ausdrücklich zugestimmt hat. Das Gesetz, das am Dienstag in Kraft trat, ermöglicht es den Aufsichtsbehörden, Bußgelder von bis zu €75.000 für jeden illegalen Anruf einer Privatperson und bis zu €375.000 für Unternehmen zu verhängen.

Was die neue Regelung erfordert

Unter dem neuen Rahmen müssen Unternehmen vorherige Zustimmung einholen, bevor sie einen Verbraucher kontaktieren. Diese Zustimmung kann jederzeit widerrufen werden, und Unternehmen dürfen nur erneut anrufen, wenn sie bereits eine vertragliche Beziehung zum Kunden haben. Das Gesetz ersetzt das frühere Opt-Out-System, bei dem Anrufer auf einer staatlich geführten Sperrliste landen konnten, die oft ignoriert wurde.

"Unternehmen dürfen Verbraucher nicht ohne deren vorherige Zustimmung kontaktieren", sagte Alice Vilcot, Stabschefin der Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsprävention.

Die Behörden schätzen, dass etwa drei Viertel der französischen Einwohner jede Woche mindestens einen unerwünschten Werbeanruf erhalten. Im Jahr 2024 forderte ein Zusammenschluss von elf Verbraucherorganisationen ein Verbot und bezeichnete die Anrufe als tägliche Belästigung für viele Haushalte.

Warum das Gesetz wichtig ist

Die Maßnahme zielt darauf ab, aggressive Verkaufstaktiken, die französische Verbraucher seit langem plagen, einzudämmen und schutzbedürftige Gruppen vor betrügerischen Machenschaften zu schützen. Durch den Wechsel von einem Opt-Out- zu einem Opt-In-System hofft die Regierung, eine klarere, durchsetzbare Barriere gegen unerwünschte Anrufe zu schaffen.

Über den Verbraucherschutz hinaus hat das Gesetz Besorgnis in Marokko ausgelöst, wo ein großer Teil der französischsprachigen Call-Center-Arbeit ausgelagert wird. Younes Sekkouri, marokkanischer Arbeitsminister, warnte, dass bis zu 50.000 Arbeitsplätze gefährdet sein könnten, wenn französische Unternehmen ihre Telemarketing-Aktivitäten reduzieren oder verlagern.

Youssef Chraïbi, Präsident der marokkanischen Föderation für Outsourcing-Dienstleistungen, bemerkte, dass reines Telemarketing heute nur 15-20 % der Sektoraktivität ausmacht, der französische Markt jedoch weiterhin über 80 % des Branchenumsatzes erwirtschaftet.

Wie es weitergeht

Verbraucher können illegale Anrufe über eine spezielle Regierungswebsite melden, und die Aufsichtsbehörden haben bereits ein in Irland ansässiges Unternehmen mit €6 Millionen bestraft, weil es die früheren Regelungen verletzt hat. Andere europäische Länder haben ähnliche Schritte unternommen: Deutschland hat seit 2009 ein Verbot durchgesetzt, und die Niederlande haben kürzlich ihre Vorschriften verschärft, indem sie Werbeanrufe an Bestandskunden ohne vorherige Zustimmung untersagen.

Im Vereinigten Königreich können Unternehmen, die den Telephone Preference Service ignorieren, mit Bußgeldern von bis zu £500.000 pro Anruf belegt werden, was einen breiteren Trend zu strengeren Durchsetzungen in ganz Europa verdeutlicht.

Das französische Gesetz wird genau beobachtet, um seine Auswirkungen auf das Kundenerlebnis und die Outsourcing-Landschaft in Nordafrika zu prüfen. Sollte es erfolgreich sein, könnte es eine weitere Harmonisierung der Telemarketing-Vorschriften innerhalb der EU fördern.