Electricité de France (EDF) teilte am Montag mit, dass ein plötzlicher Anstieg von Quallen in der Nordsee die Abschaltung von drei Reaktoren im Gravelines Kernkraftwerk und eine Leistungsreduktion bei einem vierten Block erzwang. Der Vorfall nahm etwa 3,2 Gigawatt an Erzeugungskapazität weg, zu einem Zeitpunkt, an dem die Temperaturen in ganz Frankreich voraussichtlich 40 °C erreichen werden.
Was hat die Abschaltung verursacht?
Das Küstenkraftwerk nutzt Meerwasser, das über große Ansaugpumpen für die Kühlung eingeführt wird. Steigen die Meerestemperaturen, können Quallenpopulationen aufblühen und die Filter verstopfen, die die Turbinen schützen. EDF erklärte, der Zustrom sei "massiv" gewesen und die betroffenen Reaktoren seien vorsorglich offline genommen worden.
Warum ist das wichtig?
Frankreich erzeugt etwa 70 % seines Stroms aus Kernenergie, und Gravelines ist das größte Küstenkraftwerk des Landes und liefert rund 8 % der nationalen Produktion. Der Verlust von 3,2 GW tritt zu einem Zeitpunkt auf, an dem Hitzewellen die Stromnachfrage für Klimaanlagen in die Höhe treiben und andere EDF-Standorte an Flüssen ebenfalls durch warmes Wasser eingeschränkt sind, das nicht zur Kühlung verwendet werden kann, ohne Ökosysteme zu schädigen.
Wie geht es weiter?
EDF plant, zwei der betroffenen Reaktoren bis Mittwochabend wieder in Betrieb zu nehmen, während die beiden übrigen, die zusammen 1,8 GW liefern, laut behördlichen Unterlagen bis zum Ende der Woche offline bleiben könnten. Das Unternehmen beobachtet die Meeresbedingungen genau und wird prüfen, ob weitere Abschaltungen nötig sind, solange die Hitzewelle anhält.
Im vergangenen Sommer hatte Gravelines ein ähnliches Problem, als Quallen die Filtertrommeln verstopften, was die zunehmende Verwundbarkeit von Küstenkraftwerken gegenüber klimabedingten Meeresereignissen verdeutlicht.

