George Brasher, Senior Vice President und Managing Director für Nordamerika bei HP, sagte EuroHerald, dass die gängige Bezeichnung der Generation Z als mangelnde zwischenmenschliche Fähigkeiten ein Mythos sei. Er betonte, dass die jüngste Gruppe in seinen Teams starkes Zuhören, Vertrauensaufbau und ein Gespür für Kundenbedürfnisse zeige und diese Eigenschaften in greifbare Geschäftserfolge umsetze.
Warum die Debatte wichtig ist
Generationsstereotype prägen seit langem die Diskussionen über die Unternehmenskultur. Kritiker behaupten, dass die Generation Z, die mit Smartphones und sozialen Medien aufgewachsen ist, mit traditionellen Büroetiketten zu kämpfen habe und übermäßige Flexibilität erwarte. Befürworter argumentieren, dass dieselbe digitale Prägung ihnen Fähigkeiten verleiht, die in einer technologiegetriebenen Wirtschaft immer wertvoller werden.
HP, ein Technologieunternehmen mit einem Umsatz von 27 Milliarden US-Dollar und etwa 55 000 Mitarbeitenden weltweit, versteht sich als Verfechter einer „vernetzten, inklusiven und verantwortungsbewussten Welt". Das Unternehmen schreibt seinen jüngsten Mitarbeitenden die Innovationskraft zu, die durch einen digital-first-Ansatz bei der Zusammenarbeit und ein klares Bekenntnis zu Work-Life-Balance entsteht.
Belege für ein neues Kompetenzprofil
Laut Brasher nutzen die Generation Z und die Millennials KI-Werkzeuge am Arbeitsplatz am häufigsten. Ihre KI-Kompetenz verschaffe ihnen, so sagt er, eine „gesunde Beziehung zur Arbeit" und einen Wettbewerbsvorteil auf einem angespannten Einstiegs-Arbeitsmarkt.
"Generation Z und Millennials nutzen KI am häufigsten, sie nutzen die Technologie am intensivsten", sagte Brasher. "Die Tatsache, dass sie digitale Natives und KI-Natives sind, stellt sie in eine hervorragende Position … um diese Technologie zu nutzen, die ihnen eine gesunde Beziehung zur Arbeit ermöglicht."
Daten einer PwC-Analyse von Lightcast aus dem Jahr 2026 zeigen, dass im vergangenen Jahr mehr als eine Million Stellenanzeigen in den USA KI-bezogene Fähigkeiten verlangten, ein Anstieg von 66 Prozent gegenüber 2024. Dieser Sprung unterstreicht die Relevanz der von Brasher der jüngeren Belegschaft zugeschriebenen Kompetenzen.
Unterstützung von anderen Branchenführern
Weitere Führungskräfte teilen diese Ansicht. Sally Massey, Chief Human-Resources Officer bei Colgate-Palmolive, beschreibt die Generation Z als ambitioniert und technisch versiert und weist darauf hin, dass ihre technologische Prägung frische Ideen und Neugier in den Konsumgüter-Sektor einbringt.
Bei Stripe hat Emily Glassberg Sands, Leiterin für Daten und KI, die Einstellung von Absolventen gefördert und deren „modernste Fähigkeiten" sowie aktuelle Toolsets gelobt. Ähnlich bezeichnet Reid Hoffman, Mitbegründer von LinkedIn, die Kohorte als „Generation KI" und argumentiert, dass ihre lebenslange Exposition gegenüber fortschrittlicher Technologie sie für Arbeitgeber besonders attraktiv macht.
Was als Nächstes kommt
Brasher rät Unternehmen, dafür zu sorgen, dass neue Mitarbeitende gut auf ein technologiezentriertes Arbeitsumfeld vorbereitet sind. Da KI in immer mehr Rollen verankert wird, werden Organisationen, die die digitale Kompetenz der Generation Z nutzen, voraussichtlich bessere Kundenergebnisse und eine stärkere interne Zusammenarbeit erzielen.
Während einige öffentliche Persönlichkeiten weiterhin Skepsis äußern, deutet das wachsende Echo von Wirtschaftsführern darauf hin, dass das Narrativ über die Generation Z von Zweifel zu einer Anerkennung einer Generation übergeht, die die Zukunft der Arbeit prägen wird.

