Arbeitgeber in den Vereinigten Staaten bereiten sich auf einen deutlichen Anstieg der Gesundheitsversicherungskosten im nächsten Jahr vor. Eine Umfrage von 1.800 Unternehmen, durchgeführt von Mercer, prognostiziert für 2027 einen Anstieg der Kosten pro Mitarbeiter um 8,2 %, den größten Sprung seit mehr als zwei Jahrzehnten und das fünfte Jahr in Folge mit steigenden Ausgaben.
Warum die Kosten steigen
Mehrere strukturelle und marktbezogene Faktoren treiben den Anstieg an. Die Konsolidierung von Krankenhäusern und die geringeren staatlichen Ausgaben im Gesundheitswesen halten die Gesamtkosten über der Inflation. Gleichzeitig erhöhen neue Krebstherapien, GLP-1-Gewichtsverlustmedikamente und KI-gestützte Abrechnungen den Aufwärtsdruck. Laut Mercers Chefaktuar Sunit Patel macht die Nutzung von GLP-1-Medikamenten allein etwa einen Prozentpunkt des prognostizierten Anstiegs aus.
Auswirkungen auf das Nettoeinkommen der Beschäftigten
Wenn Arbeitgeber höhere Prämien zahlen müssen, verlagern sie häufig einen Teil der Belastung auf die Beschäftigten. Zwei Drittel der Unternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitern geben an, die Prämien für ihre Angestellten zu erhöhen, was bedeutet, dass die Lohnabzüge schneller steigen könnten als der Gesamterhöhung von 8,2 %. Arbeitnehmer mit Familienversicherung haben im vergangenen Jahr bereits durchschnittlich 6 850 $ an Prämien gezahlt.
„Die Realität ist, dass dies Geld frisst, das in Löhne investiert werden könnte", sagte Nick Stefanizzi, CEO von Northwell Direct, einem Anbieter von Gesundheitsleistungen für selbstversichernde Arbeitgeber.
Höhere Selbstbehalte und Zuzahlungen stehen ebenfalls im Raum. Fast die Hälfte der befragten großen Arbeitgeber plant, die Tarifgestaltung anzupassen, was die Eigenkosten der Beschäftigten erhöhen würde.
„Sie werden einen Teil davon auf Arbeitgeberseite absorbieren und den Rest auf die Beschäftigten abwälzen", erklärte Brandy Thompson, CEO des Benefit-Technologieunternehmens BenefitBay.
Ökonomen weisen darauf hin, dass steigende Beiträge zur Krankenversicherung die Löhne drücken können, weil die Gesamtausgaben für Vergütungen fest sind. Navin Nagiah, CEO von Daffodil Health, sagte, dass, wenn die Gesundheitskosten einen größeren Anteil am Vergütungspaket einnehmen, weniger Geld für Gehälter und andere Leistungen übrig bleibt.
Das Congressional Budget Office betrachtet Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung in seinen Analysen zum Haushaltseinkommen als Ersatz für Bargeldlöhne. Seine Daten zeigen, dass der Anteil der Gesamtkompensation der Arbeitnehmer, der durch Löhne ausgedrückt wird, von 91 % im Jahr 1960 auf etwa 82 % im letzten Jahrzehnt gesunken ist, ein Trend, den die Behörde voraussieht, sich fortzusetzen, da die Gesundheitskosten das Lohnwachstum in den nächsten 30 Jahren übertreffen werden.
Wie die Zukunft aussehen könnte
Sollte der prognostizierte Anstieg eintreten, könnten die Beschäftigten einen spürbaren Rückgang ihres Nettoeinkommens erleben, obwohl die gesamten Vergütungspakete unverändert bleiben. Unternehmen könnten zudem Kostenkontrollstrategien wie höhere Kostenbeteiligung, Wellness-Programme oder alternative Finanzierungsmodelle prüfen. Die Beobachtung der Entwicklung von arbeitgeberseitigen Gesundheitsleistungen wird für Arbeitnehmer, Entscheidungsträger und Analysten, die die breiteren Dynamiken der Vergütung am Arbeitsmarkt verfolgen, von entscheidender Bedeutung sein.

