Michael Dell kündigte an, dass Dell Technologies letzte Woche ein beeindruckendes Ergebnis übertraf, wobei der Umsatz um 58 % auf 47 Mrd. $ stieg und das bereinigte Ergebnis 7,04 $ pro Aktie betrug, weit über der Analystenprognose von 4,90 $. Das Unternehmen verzeichnete im Quartal zudem Rekordbestellungen von KI-Servern im Wert von 60,9 Mrd. $, was die Jahresprognose um 25 Mrd. $ auf 192 Mrd. $ anhebt.
Rekordergebnisse und KI-Bestellungen
Die Ergebnisse unterstreichen Dells Wandel vom traditionellen PC-Hersteller zum führenden Anbieter der Hardware, die Künstliche Intelligenz antreibt. Mit einem Auftragsbestand von rekordverdächtigen 95 Mrd. $ ist Dell der weltweit größte Serverhersteller und liefert Rechen-, Speicher- und Netzwerkgeräte sowohl an Hyperscaler als auch an Unternehmens-Kunden.
Warum On-Premise-KI wichtig ist
Unternehmen verlagern ihre KI-Workloads zunehmend von Public-Cloud-Anbietern wie Amazon, Microsoft und Google in eigene Rechenzentren, ein Trend, der als On-Premise-KI bezeichnet wird. Durch die Nähe der KI-Modelle zu den zu analysierenden Daten erzielen Firmen schnellere Verarbeitung, höhere Sicherheit und geringere laufende Kosten. Wie Amazon-CEO Andy Jassy in einer jüngsten Ergebniskonferenz bemerkte, werden etwa 85 % der weltweiten IT-Ausgaben nach wie vor vor Ort getätigt.
„Das Risiko besteht darin, die Kontrolle über Ihre Daten, Ihre Kosten, Ihre Sicherheit, Ihr geistiges Eigentum und Ihre Geschwindigkeit zu verlieren", sagte Michael Dell im Mai.
Drei Faktoren treiben diesen Wandel an: Sensible Daten wie Verträge, Patientenakten und Telemetriedaten liegen häufig auf privaten Servern; Organisationen streben nach mehr Kontrolle über Sicherheit und Compliance; und kontinuierliche KI-Inference ist günstiger, wenn sie auf eigener Hardware statt auf gemieteter Cloud-Kapazität ausgeführt wird.
Dells strategische Position
Dells integriertes Portfolio, das Server, Speicher, Netzwerk, PCs und Services umfasst, verschafft dem Unternehmen einen einzigartigen Vorteil in der On-Premise-KI-Welle. Das Unternehmen meldete einen Anstieg der Infrastruktur-Operating-Margin um 620 Basispunkte auf 15 %, ein Niveau, das Morgan Stanley als beispiellos bezeichnete. Durch seine Größe sichert sich Dell zudem bevorzugten Zugang zu knappen Speicherchips, ein entscheidender Vorteil angesichts anhaltender Lieferengpässe.
Die Kundenzahlen verdeutlichen das Momentum: Dell betreut inzwischen über 6.500 KI-Unternehmenskunden, davon 3.300 in den letzten neun Monaten. Der Verkauf traditioneller Server stieg im Quartal um 122 % und der Speicher um 26 %.
Wie geht es weiter?
Die Nachfrage nach KI-Hardware wird voraussichtlich weiter zunehmen, da KI-Agenten kontinuierlich arbeiten und immer mehr Daten erzeugen, die gespeichert und verarbeitet werden müssen. Dells Auftragsbestand und Bestellpipeline deuten darauf hin, dass das Unternehmen weiterhin vom langfristigen Wachstum der On-Premise-KI-Implementierungen profitieren wird. Analysten werden beobachten, ob Dell die Margenerweiterung aufrechterhalten und seinen Lieferketten-Vorteil bewahren kann, wenn der Markt reift.
Zusammenfassend zeigen Dells neueste Ergebnisse, wie ein strategischer Fokus auf On-Premise-KI-Infrastruktur einen traditionellen PC-Hersteller zu einem zentralen Akteur in der KI-Wirtschaft machen kann.

