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Randall Lane von Forbes wegen nicht offengelegtem $6 Millionen-Geschenk entlassen

Forbes kündigte Chief Content Officer Randall Lane, nachdem bekannt wurde, dass er eine nicht offengelegte Zahlung von $6 Millionen vom Gründer von SHOOK Research, RJ Shook, erhalten hatte, und veranlasste Rechtsexperten, die Folgen der langjährigen „Faithless Servant"-Doktrin in New York zu prüfen.

Forbes-Gebäude mit unscharfer Silhouette eines ehemaligen Managers

Randall Lane wurde im Juli aus seiner Position als Chief Content Officer bei Forbes entlassen, nachdem das Medienunternehmen entdeckt hatte, dass er eine nicht offengelegte Zahlung von etwa $6 Millionen von RJ Shook, dem Gründer von SHOOK Research, angenommen hatte. Die Enthüllung löste eine Debatte darüber aus, ob der ehemalige Manager ein Gesetz verletzt hat oder lediglich eine historische New-York-Beschäftigungsdoktrin missachtet hat.

Nicht offengelegte Zahlung führt zur Entlassung

Lane, 58, war 15 Jahre bei Forbes tätig und leitete seit 2017 die redaktionellen Abläufe. Laut einem Bericht der New York Times bezeichnete er das Geld als persönliches Geschenk, das ihm aus Dankbarkeit für informelle Ratschläge, die er Shook nach einem von Forbes organisierten humanitären Einsatz in Liberia im Jahr 2013 gegeben hatte, überreicht wurde.

"Ich habe einen Fehler gemacht und übernehme die Verantwortung dafür", sagte Lane. "Ich hätte das Geschenk offenlegen müssen, und das Versäumnis war ein schwerwiegender Fehlurteil."

Die Zahlung kam ans Licht, als PPC Enterprises, ein Private-Equity-Unternehmen, das im vergangenen August die Mehrheitsbeteiligung an SHOOK Research erworben hatte, die Transaktion bei der Durchsicht der E-Mail-Aufzeichnungen des Unternehmens entdeckte. Die neue Geschäftsführung von SHOOK informierte Forbes, das Lane konfrontierte und anschließend seine Anstellung beendete.

Rechtlicher Hintergrund: New Yorks "Faithless Servant"-Doktrin

Arbeitsrechtler Richard Friedman erklärt, dass Lane zwar möglicherweise kein konkretes Gesetz verletzt hat, er jedoch wahrscheinlich gegen New Yorks "Faithless Servant"-Doktrin verstoßen hat, ein mehr als 140 Jahre altes Gewohnheitsrecht, das Arbeitnehmer verpflichtet, ihrem Arbeitgeber gegenüber loyal zu sein. Die Doktrin erlaubt Arbeitgebern, Vergütungen von Mitarbeitern zurückzufordern, die untreu handeln, etwa bei Betrug, grober Fahrlässigkeit oder wesentlichen Falschangaben.

Gerichte haben die Doktrin unterschiedlich angewendet. In einigen Fällen versuchten Arbeitgeber, das gesamte Gehalt seit dem Eintritt des Mitarbeiters zurückzufordern; in anderen beschränkten sie die Rückforderung auf den Zeitraum der Untreue. Friedman weist darauf hin, dass die Doktrin geltend gemacht werden könnte, wenn das nicht offengelegte Geschenk einen Interessenkonflikt geschaffen hat, der Lanes Entscheidungen in Bezug auf SHOOK Research beeinflusste.

Mögliche Folgen und nächste Schritte

Friedman bezweifelt, dass Forbes eine Klage einreichen wird, und vermutet, dass das Unternehmen weitere öffentliche Aufmerksamkeit vermeiden möchte. Sollte Forbes jedoch klagen, könnte es Ansprüche kombinieren, dass Lane das Mitarbeiterhandbuch verletzt, seine treuhänderischen Pflichten missachtet und gegen die Faithless Servant-Doktrin verstoßen hat.

Die Höhe der Zahlung wirft zudem steuerliche Fragen auf. Friedman betont, dass ein Geschenk von $6 Millionen erhebliche Steuerverpflichtungen auslösen würde, unabhängig davon, wie es charakterisiert wird.

Entscheidet sich Forbes für rechtliche Schritte, könnte das Verfahren zur Beweisaufnahme aufdecken, ob Lane und Shook die Zahlung Jahre vor ihrer Durchführung besprochen haben, was den Zeitraum, für den eine Rückforderung möglich wäre, verlängern könnte.

Lanes Hintergrund und frühere Konflikte

In Lanes eigenen Schriften wird ein ähnlicher Vorfall aus seiner frühen Karriere geschildert, als ein Immobilienentwickler aus Texas ihm einen lukrativen Public-Relations-Job anbot, im Gegenzug für die Beeinflussung einer Vermögensrangliste. Vor seinem Eintritt bei Forbes leitete Lane Doubledown Media und produzierte ein kurzlebiges Finanzmagazin für Profisportler, das vom ehemaligen Baseballstar Lenny Dykstra unterstützt wurde. Später deckte Lane in seinem Buch von 2010, "The Zeroes", Dykstras eigene nicht offengelegte finanzielle Vereinbarung auf.

Vorerst liegt der Fokus darauf, ob der ehemalige Manager weitere rechtliche oder finanzielle Konsequenzen zu erwarten hat und wie der Fall die Unternehmensrichtlinien zu Geschenken und Interessenkonflikten in der Medienbranche beeinflussen könnte.