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Scott Bessent verdoppelt die Rückkäufe von US-Staatsanleihen, um die steigenden Renditen zu bremsen

Das US Treasury kündigte eine massive Aufstockung seines Anleiherückkaufprogramms an, um die steigenden langfristigen Renditen zu zügeln, ein Schritt, der den Druck auf Hypotheken, Unternehmensfinanzierungen und Staatsverschuldung mindern könnte, doch Analysten warnen, dass die Wirkung begrenzt sein könnte.

US Treasury-Gebäude mit Diagrammen steigender Anleiherenditen

Scott Bessent kündigte am Mittwoch an, dass das US Treasury Department die Menge an Staatsanleihen, die es zurückkaufen will, mehr als verdoppeln wird. Die Maßnahme erfolgte nach einem Sommer steigender Renditen, die weltweite Aktienmärkte erschütterten.

Anleiherenditen steigen auf Vorkrisenniveau

In den USA stieg die Benchmark-Rendite der 10-jährigen Treasury-Anleihe über 4,70 %, bevor sie nach der Ankündigung des Treasury auf etwa 4,65 % zurückging. Das liegt gegenüber rund 3,97 % vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar. Noch bemerkenswerter: Die Rendite der 30-jährigen Treasury-Anleihe überschritt die 5-Prozent-Marke, ein Niveau, das zuletzt 2007, kurz vor der globalen Finanzkrise, zu sehen war.

Auf der anderen Seite des Atlantiks erreichte die 10-jährige Regierungsanleihe Japans den höchsten Stand seit fast drei Jahrzehnten, während die 10-jährige Rendite Deutschlands wieder das Niveau von 2011 erreichte.

Warum höhere Renditen wichtig sind

Wenn Regierungen mehr Zinsen für Kredite zahlen müssen, spüren Haushalte und Unternehmen die Folgen. Die US-Hypothekenzinsen, die an die 10-jährige Treasury-Rendite gekoppelt sind, haben ihr Jahreshoch erreicht und erhöhen die durchschnittlichen Kosten eines 30-jährigen Festdarlehens. Unternehmen sehen sich ebenfalls höheren Finanzierungskosten gegenüber, was in einer Phase, in der massive Investitionen in KI-Rechenzentren das Wachstum antreiben, Besorgnis erregt.

Höhere Renditen machen Treasury-Anleihen zudem im Vergleich zu Aktien attraktiver, sodass Investoren Geld aus Aktien abziehen, die derzeit zu Rekordbewertungen gehandelt werden. Der Welleneffekt erstreckt sich auf andere Vermögenswerte wie Gold und Kryptowährungen, die an Attraktivität verlieren können, wenn die Renditen sicherer Anlagen steigen.

Staatsverschuldung und politische Konsequenzen

Steigende Renditen erhöhen die Zinslast für Regierungen, die bereits mit wachsenden Defiziten kämpfen. Die Vereinigten Staaten geben, wie viele andere Länder, deutlich mehr aus, als sie an Einnahmen erzielen, und höhere Schuldendienstkosten könnten die fiskalische Spielräume in einer künftigen Rezession einschränken.

Historisch hat Stress am Anleihemarkt politische Entscheidungen beeinflusst; er trug 2022 zum Sturz der ehemaligen britischen Premierministerin Liz Truss bei und, laut dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump, veranlasste ihn, einige Tarifvorschläge zu verschieben, weil Investoren "ein wenig übel wurden".

Der Rückkaufplan des Treasury

Die Entscheidung des Treasury, sein Rückkaufprogramm zu verdoppeln, zielt darauf ab, die langfristigen Renditen zu senken, indem die Nachfrage nach seinen Wertpapieren steigt. Analysten warnen jedoch, dass die Maßnahme nur begrenzte Wirkung entfalten könnte, wenn die zugrunde liegenden Fundamentaldaten, wie hohe Staatsdefizite und der Finanzierungsbedarf großer Technologieunternehmen für KI-bezogene Schulden, unverändert bleiben.

"Die Operation ändert praktisch nichts an den Fundamentaldaten, insbesondere nicht den unveränderten Finanzierungsbedarf der Flut von Hyperscaler-Schulden zusätzlich zu den sehr hohen Staatsdefiziten," schrieb Krishna Guha, Analyst bei Evercore ISI.
"Die Maßnahme könnte sogar nach hinten losgehen, wenn die begrenzte Feuerkraft nur zu einer geringen, nicht nachhaltigen Wirkung führt," fügte Guha hinzu.

Was kommt als Nächstes?

Die Federal Reserve kann die kurzfristigen Zinsen beeinflussen, doch die langfristigen Renditen werden von den Marktteilnehmern festgelegt. Die jüngsten Fed-Sitzungen zeigten eine Tendenz, den Leitzins zu erhöhen statt zu senken. Inflationsdaten deuten auf eine moderate Abschwächung hin, sodass viele an der Wall Street erwarten, dass die Fed die Zinsen bei ihrem September-Meeting unverändert lässt.

Das nächste potenziell marktbewegende Ereignis könnte die Rede von Kevin Warsh beim jährlichen Jackson-Hole-Symposium der Federal Reserve am 28. August sein, bei der seine Äußerungen die zukünftige Haltung der Zentralbank zu Inflation und Geldpolitik signalisieren könnten.

Ob der aggressive Anleiherückkauf des Treasury die Renditen im Zaum halten wird oder höhere Finanzierungskosten die Wirtschaft weiterhin belasten, bleibt abzuwarten.