Unabhängige Essays und IdeenÜber unsKontaktEnglish

Nneka Ogwumike beendet Karriere nach historischer Lohnsteigerung in der WNBA

Nneka Ogwumike wird am Ende der Saison in den Ruhestand gehen, nachdem sie die Spielergewerkschaft der WNBA zu einer Rekord-Lohnsteigerung von 364 % geführt hat, die die Liga zum bestbezahlten Frauenteamsport der Welt macht.

Nneka Ogwumike in einem Los Angeles Sparks Trikot während eines Spiels

Nneka Ogwumike wird am Ende der Saison ihr Trikot einstecken und damit eine 15-jährige Karriere beenden, die 11 All-Star-Nominierungen und den MVP-Award 2016 umfasst. Die ehemalige Forward der Los Angeles Sparks kündigte ihren Rücktritt aus ihrem Hotelzimmer in Boston an und sagte, sie fühle sich gut mit dieser Entscheidung.

Rücktrittsankündigung

Im Gespräch mit Reportern sagte Ogwumike: „Ich fühle mich gut, ich weiß nicht, ob ‚aufgeregt' das richtige Wort ist, aber ich fühle mich gut." Sie fügte hinzu, dass das Wachstum der Liga und die steigenden Anforderungen an die Spielerinnen sie dazu veranlasst hätten, nach einem weiteren Jahr über einen Rückzug nachzudenken.

„Ich habe nur darüber nachgedacht, wie sehr diese Liga gewachsen ist und welche Anforderungen an die Spielerinnen gestellt werden, während sie weiter wächst", erklärte sie.

Gewerkschaftsführung und die 364 %ige Erhöhung

Abgesehen von ihren sportlichen Erfolgen beruht Ogwumikes bleibender Einfluss vor allem auf ihrer Rolle als Präsidentin der WNBPA, der Spielergewerkschaft der WNBA, ein Amt, das sie seit 2016 innehat. Unter ihrer Führung sicherte die Gewerkschaft 2020 ein neues Tarifabkommen, das Elternzeit und weitere Schutzmaßnahmen einführte. In diesem Jahr leitete sie die Verhandlungen, die zu einer Gehaltserhöhung von 364 % führten, dem größten Sprung in der Geschichte des professionellen Sports in den Vereinigten Staaten.

Durch das Abkommen steigt das durchschnittliche Gehalt einer Spielerin auf 564.000 $, wodurch WNBA-Athletinnen die bestbezahlten Sportlerinnen im Frauenteamsport weltweit werden. Die Nobelpreisträgerin für Wirtschaftswissenschaften Claudia Goldin und weitere Befürworter unterstützten die Argumentation der Spielerinnen.

„Es hat viel gekostet", reflektierte Ogwumike. „Ich musste damit umgehen, dass mich die Leute nicht als Präsidentin sahen, während ich auf dem Spielfeld stand."

Die Verhandlungen verliefen nicht ohne Spannungen. Die Stars Breanna Stewart und Kelsey Plum äußerten in einem Schreiben Bedenken, und zeitweise stockten die Gespräche der Gewerkschaft mit der Liga wochenlang. Trotzdem wurde das Endergebnis von Spielerinnen und Liga-Vertretern als historisch gefeiert.

Zukünftige Pläne und Kontext der Liga

Für die Zukunft plant Ogwumike, ihre Zeit zwischen Houston und Los Angeles aufzuteilen und wird sich dem Projekt B anschließen, einer kommenden internationalen Ausstellungsliga, die darauf abzielt, die Karrieren der Spielerinnen zu verlängern. Sie hat zudem Interesse bekundet, im Büro der WNBA zu arbeiten, warnt jedoch, dass sie sich noch nicht vollständig für eine Führungsposition qualifiziert fühlt.

WNBA-Kommissarin Cathy Engelbert lobte Ogwumikes Leistungen und sagte: „Nneka wird am Ende dieser Saison in den Ruhestand gehen und die WNBA deutlich besser hinterlassen, als sie sie vorgefunden hat." Die Liga verzeichnet weiterhin ausverkaufte Arenen und hohe TV-Zuschauerzahlen, obwohl sie sich kulturellen Debatten stellen muss, die in die öffentliche Diskussion eingegangen sind.

Ogwumikes Rücktritt markiert das Ende eines bemerkenswerten doppelten Erbes, sowohl als Spitzensportlerin als auch als Gewerkschaftsführerin, die die finanzielle Landschaft des Frauenprofibasketballs neu gestaltete.