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Südkoreas Alterungskrise droht, den KI-getriebenen Aufschwung zu dämpfen

Goldman Sachs sagt, dass Südkoreas rekordniedrige Geburtenrate und stark steigende Abhängigkeitsquote den privaten Konsum schwach halten könnten, selbst wenn KI-bezogene Chip-Hersteller die Wirtschaft ankurbeln.

Seoul-Skyline mit überlagerten Samsung- und SK-Hynix-Logos

Südkorea ist zum Vorzeigemodell für den weltweiten Aufschwung im Bereich künstliche Intelligenz geworden, wobei Giganten wie Samsung Electronics und SK Hynix den Speicher-Chip-Markt anführen. Beschäftigte dieser Unternehmen erhalten Boni von etwa 400.000 $, und der KOSPI-Index ist seit Jahresbeginn um fast 60 % gestiegen.

Warum die privaten Ausgaben zurückbleiben

Trotz des Exportbooms liegen die Einzelhandelsumsätze fast auf dem Niveau von 2019. Goldman Sachs bezeichnet die Lage als „K-förmigen Zyklus": Unternehmensbilanzen florieren, während der private Konsum schwach bleibt. Das Unternehmen führt die Lücke auf die schnell alternde Bevölkerung zurück.

Demografische Gegenwinde

Die Vereinten Nationen berichten, dass Südkorea im vergangenen Jahr nur 0,8 Geburten pro Frau verzeichnete, weit unter der Ersatzrate von 2,1. Etwa ein Fünftel der Bevölkerung ist inzwischen über 65, und die nach dem Krieg entstandene Baby-Boom-Generation geht in den Ruhestand, während die Erwerbsbevölkerung schrumpft.

Goldmans Analyse zeigt, dass die Abhängigkeitsquote des Landes, also der Anteil von Kindern und Senioren im Verhältnis zu erwerbsfähigen Erwachsenen, in den nächsten zehn Jahren jedes Jahr um 1,5 Prozentpunkte steigen wird, was die schnellste Entwicklung unter den 70 von der Bank untersuchten Volkswirtschaften darstellt und sogar Japans steilstem Alterungsabschnitt voraus ist.

Spargewohnheiten der Älteren

Ältere Koreaner verhalten sich im Ruhestand ungewöhnlich: Sie sparen statt zu konsumieren. Menschen in den sechziger Jahren behalten etwa 37 % ihres Einkommens, die höchste Sparquote aller Altersgruppen, und Personen in den siebziger Jahren sparen mit Raten, die mit denen von Menschen in den vierziger Jahren vergleichbar sind.

Mehr als 60 % des Nettovermögens privater Haushalte ist in nicht-finanziellen Vermögenswerten wie Immobilien gebunden, der höchste Anteil unter den Industrieländern, während finanzielle Vermögenswerte nur 100 % des BIP ausmachen, das niedrigste Niveau in Goldmans Stichprobe. Folglich sind Rentner vermögend, aber liquide arm; weniger als ein Viertel könnte den Konsumbedarf allein mit finanziellen Vermögenswerten decken.

Umkehrhypotheken betreffen lediglich 1,8 % der Hausbesitzer über 75, was den starken Wunsch widerspiegelt, Vermögen an die Erben weiterzugeben.

Mögliche Auswirkungen auf das Wachstum

Goldman schätzt, dass ein Anstieg der Abhängigkeitsquote um einen Punkt das reale Wachstum des privaten Konsums in den meisten Volkswirtschaften um etwa drei Basispunkte pro Jahr reduziert, in Südkorea könnte die Belastung jedoch zwischen zehn und siebzehn Basispunkten liegen. Ihre Modelle deuten darauf hin, dass der Alterungstrend das jährliche Konsumwachstum im nächsten Jahrzehnt um bis zu 25 Basispunkte kürzen könnte.

Selbst wenn die Wirtschaft in den nächsten zwanzig Jahren ein Wachstum von 2 % beibehält, würde das Konsumwachstum laut den langfristigen Projektionen der Bank allmählich schwächer werden und schließlich ins Negative kippen.

Politische Maßnahmen und Ausblick

Die Regierung hat Maßnahmen wie ein Heiratsunterstützungszuschuss von bis zu 1 Million Won und einen Neugeborenen-Anreiz von 20 Million Won eingeführt, während lokale Behörden Partnervermittlungs-Events mit Geldprämien veranstalten. Die Geburtenraten sind nur marginal gestiegen, und ein möglicher Geburtenboom würde die Erwerbsbevölkerung erst in mindestens zwanzig Jahren beeinflussen.

Goldman empfiehlt dringendere Maßnahmen: die Freisetzung von Wohneigentum für Senioren und eine breitere Verteilung des Gewinns aus den hochprofitablen Technologieunternehmen des Landes.

Wie Südkorea diese demografischen Herausforderungen meistert, wird entscheiden, ob der KI-Boom zu einem breit angelegten Wohlstand führt oder auf Unternehmensbilanzen beschränkt bleibt.