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Andy Burnhams Devolutionsvorstoß deckt gravierende Datenmängel in Londoner Gemeinderäten auf

Ein ehemaliger Datenwissenschaftler schildert den chaotischen Zustand des Datenmanagements in einer Wohnungsabteilung eines Londoner Bezirks und warnt, dass die neuen Devolutionsbefugnisse der Regierung für Bürgermeisterbehörden durch dieselben systemischen Mängel in den lokalen Räten behindert werden könnten.

Büro einer Londoner Gemeindeverwaltung mit veralteten Computern und Papierkram

Was geschah?

Im Jahr 2022 trat ein Datenwissenschaftler in die Wohnungsabteilung eines Londoner Bezirksrats ein. Das Team war damit beauftragt, temporäre Unterkünfte zu verwalten, obdachlose Antragsteller zu unterstützen und skrupellose Vermieter zu verfolgen. Bereits nach wenigen Monaten stellte der Analyst ein Wirrwarr aus defekten Datenbanken, doppelten Datensätzen und einem chronischen Mangel an Aufsicht fest. Mieter wurden mit unmöglichen Altersangaben erfasst, die Zahl der Kinder in einem Haushalt schwankte stark, und entscheidende Daten zu Mietzahlungen und Beschäftigungsstatus fehlten oder widersprachen einander.

Die Bemühungen, die Daten zu bereinigen, erforderten, dass das Personal einzelne Einträge manuell korrigierte, ein Prozess, der nicht mit dem Volumen neuer Fehler Schritt halten konnte. Der Rat gab im letzten Haushaltsjahr £2.8 billion für temporäre Unterkünfte in ganz England aus, konnte jedoch keine verlässlichen Zahlen darüber liefern, wie viele Mieter tatsächlich untergebracht wurden oder wie viele erwerbstätig waren.

"Das ist einer der unzähligen Fälle, in denen mein Berufsleben durch Entscheidungen zu Datenbanken, an denen ich nicht beteiligt war, verschlechtert wurde," sagte ein leitender Analyst.

Beschaffungsentscheidungen wurden von Managern getroffen, die den Unterschied zwischen einer Datenbank und einer Website nicht verstanden, und niemand konnte feststellen, wer die verschiedenen IT-Systeme besaß. Selbst der Vertrag für die Software zur Verfolgung von Obdachlosigkeit stand zur Verlängerung an, ohne dass jemand in der Abteilung davon wusste.

Warum ist das wichtig?

Das beschriebene Chaos ist nicht auf einen einzelnen Bezirk beschränkt; es spiegelt Probleme wider, die von Hunderten lokaler Behörden im ganzen Land gemeldet wurden. Das ist bedeutsam, weil die britische Regierung gerade angekündigt hat, dass Bürgermeisterbehörden neue Befugnisse erhalten werden, Bauanträge zu intervenieren und öffentliche Vermögenswerte zu verwalten. Um diese Befugnisse wirksam auszuüben, werden Bürgermeister stark auf die Daten und das Fachwissen der lokalen Räte angewiesen sein.

Wenn die Räte keine genauen, zeitnahen Informationen liefern können, droht die von Andy Burnham vorangetriebene Devolutionsagenda untergraben zu werden. Falsch gemeldete Zahlen zu Wohnungszuschüssen, unbekannte Mieterzahlen und fehlende Beschäftigungsdaten machen es unmöglich, die Auswirkungen von Politiken zu bewerten oder Ressourcen effizient zuzuweisen. Darüber hinaus behindert das Fehlen einer einheitlichen Datenstrategie die Möglichkeit, Ergebnisse zu verfolgen, ein zentrales Erfordernis jeder verantwortlichen öffentlichen Dienstleistung.

Wie geht es weiter?

Experten schlagen vor, dass die einzige realistische Lösung darin besteht, neue, interoperable Systeme zu schaffen, anstatt die bestehenden zu flicken. Das würde die Einführung gemeinsamer Kennungen über Wohnungs-, Leistungs- und Beschäftigungsdatenbanken hinweg erfordern und sicherstellen, dass Datenverantwortliche klar definiert und rechenschaftspflichtig sind.

Kurzfristig könnte die Regierung für Räte, die neue Bürgermeisterbefugnisse erhalten, eine Datenprüfung vorschreiben und Mindeststandards für Datenqualität und Systemintegration festlegen. Schulungsprogramme, die sich auf Daten-Engineering und Analytik konzentrieren, müssten finanziert werden, um die aktuelle Qualifikationslücke zu schließen, in der leitende Positionen von Personen mit begrenzter technischer Expertise besetzt werden.

Langfristig könnte der Erfolg der Devolutionsreformen davon abhängen, separate, gut ausgestattete Datenzentren zu schaffen, die unabhängig von der traditionellen Ratsbürokratie arbeiten. Indem man Altsysteme "verwelken lässt", wie der ehemalige Analyst es formulierte, könnten neue Strukturen die vernetzten Dienstleistungen liefern, die die Reformen versprechen.

Bis solche Reformen umgesetzt sind, bleibt das Risiko bestehen, dass Bürgermeisterbehörden dieselbe fragmentierte Informationslandschaft übernehmen und damit ihre Fähigkeit einschränken, evidenzbasierte Entscheidungen für die von ihnen betreuten Gemeinschaften zu treffen.