Brad Jayne, ein Principal bei der Beratungsfirma Pearl Meyer, sagt, dass das rasante Wachstum der Unternehmens-KI-Investitionen die Governance-Strukturen, die dafür nötig sind, übersteigt. Die aktuelle Pearl Meyer Market Intelligence Survey, durchgeführt im Mai und Juni 2026, ergab, dass nur 34 % der Führungskräfte in der C-suite einen klaren Verantwortlichen für KI-Entscheidungen benennen können.
Was die Umfrage aufdeckte
Die Befragung von 116 Vorstandsmitgliedern, CEOs, leitenden Führungskräften und Managern zeigte einen deutlichen Unterschied zwischen Vorstandsebene und operativem Level. Während 53 % der Vorstandsmitglieder die Verantwortlichkeit als klar empfanden, sank der Wert bei C-suite-Führungskräften auf 34 % und stieg bei senioren Managern unterhalb der C-suite auf 57 %. Zudem gaben 78 % dieser unteren Führungskräfte an, dass ihr Unternehmen über das nötige Talent verfüge, KI im gesamten Unternehmen zu implementieren.
Warum die fehlende Klarheit wichtig ist
Gartner prognostiziert, dass die gesamten KI-Ausgaben, einschließlich Kapitalinvestitionen in Infrastruktur, in diesem Jahr 2,5 Billionen Dollar erreichen werden, ein Anstieg von 44 % gegenüber dem Vorjahr, und bis 2027 auf 3,3 Billionen Dollar steigen könnten. Bei solch hohen Summen stehen CEOs unter Druck; eine aktuelle Umfrage von 900 US-CEOs ergab, dass 80 % glauben, ihr Job sei gefährdet, wenn KI-Projekte ins Stocken geraten, und 81 % denken, ein Kollege könnte wegen eines KI-Fehlers entlassen werden.
Jayne warnt, dass "die Ambition für KI-Ergebnisse derzeit die Führungsstruktur übersteigt, die nötig ist, um sie zu realisieren". Er fügt hinzu, dass ohne klare Verantwortlichkeit zusätzliche Investitionen die Kluft zwischen Erwartungen und Ergebnissen lediglich vergrößern könnten.
Was als Nächstes passieren könnte
Das Vertrauen, dass KI innerhalb von 18 Monaten messbare Vorteile liefert, liegt in allen Reifegraden, von Pilotprojekten bis zur großflächigen Implementierung, bei etwa 50 %. Führungskräfte scheinen zudem optimistisch hinsichtlich der Mitarbeiterkapazität: 63 % der CEOs glauben, dass das Personal weitere organisatorische Veränderungen bewältigen kann, verglichen mit lediglich 33 % der C-suite-Mitglieder.
Die Vorstände scheinen weniger überzeugt, dass umfangreiche Veränderungen nötig sind. Während 88 % der CEOs und 79 % der C-suite-Führungskräfte erwarten, dass strategische Ziele innerhalb von drei Jahren erhebliche operative Anpassungen erfordern, teilen nur 42 % der Direktoren diese Ansicht. Jayne interpretiert die Diskrepanz als Warnsignal und deutet an, dass sie zu Schuldzuweisungen, kulturellen Reibungen oder sogar Fluktuation führen könnte, wenn Ausgaben nicht mit erkennbaren Ergebnissen verknüpft werden können.
Kurz gesagt, die Umfrage verdeutlicht eine Governance-Lücke, die die bevorstehende Welle von KI-Investitionen für viele europäische Unternehmen zu einer holprigen Fahrt machen könnte.

