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KI allein wird angeschlagene Unternehmen nicht wiederbeleben, TIAA-Umstrukturierung zeigt es

Eine Fallstudie des US-Pensionsmanagers TIAA zeigt, dass das Bereinigen von Daten, die Aktualisierung von Altsystemen und die Neugestaltung von Prozessen wesentliche Schritte sind, bevor KI messbare Vorteile liefern kann.

Illustration eines modernen Zuges auf neu verlegten Gleisen, die KI auf einer modernisierten digitalen Basis darstellen

KI wird oft als Allheilmittel angepriesen, doch eine kürzlich durchgeführte Transformation beim US-Pensionsmanager TIAA beweist, dass die Technologie allein tiefliegende organisatorische Probleme nicht lösen kann. Das Unternehmen, 1918 gegründet, verbrachte Jahre damit, seine Aufzeichnungsinfrastruktur zu modernisieren, bevor es KI-getriebene Vorteile erzielen konnte.

Warum KI Legacy-Probleme nicht lösen kann

Die Analogie eines Hochgeschwindigkeitszuges auf alternden Gleisen fasst das Dilemma zusammen. Unternehmen investieren Milliarden in hochmoderne Modelle, während sie diese noch auf veralteten Datenbanken, isolierten Datenspeichern und fehlerhaften Prozessen laufen lassen. Das Ergebnis ist eine schnellere Automatisierung von Fehlfunktionen statt echter Verbesserungen.

Lehren aus der TIAA-Transformation

Als TIAA seine digitale Überholung startete, bestand der erste Schritt darin, veraltete Plattformen, die das Geschäft nicht mehr unterstützten, auszusondern. Durch das Bereinigen von Daten, die Konsolidierung von Systemen und die Neugestaltung der Arbeitsabläufe reduzierte das Unternehmen die Zeit, die Planer benötigen, um Anlageoptionen zu ändern, von Wochen auf Tage. Die digitale Interaktion mit seinen Millionen von Teilnehmern stieg um 13 Prozent, ein Gewinn, der aus Infrastrukturarbeit resultierte und nicht aus einer auffälligen KI-Demo.

Fünf Schritte für europäische Unternehmen

Branchenanalysten wie Gartner warnen, dass nur fünf Prozent der Unternehmen ihre Daten als KI-bereit ansehen und dass sechzig Prozent der KI-Projekte bis 2026 wegen Datenmängeln aufgegeben werden könnten. Die folgenden Maßnahmen können helfen, dieses Schicksal zu vermeiden:

  • Digitalen Kern modernisieren bevor KI-Agenten skaliert werden. Ermitteln Sie, welche Plattformen essenziell sind, setzen Sie den Rest außer Betrieb und bauen Sie eine stabile Basis neu auf.
  • Datenbereitschaft zur Voraussetzung machen. Eine einheitliche, gesteuerte Datenplattform mit Qualitäts-Pipelines ist wertvoller als einfach mehr Daten hinzuzufügen.
  • Arbeitsabläufe neu gestalten, nicht nur Aufgaben. Zuerst End-to-End-Prozesse kartieren, dann entscheiden, wo KI Mehrwert schafft, wobei ein 80/20-Ansatz für jede Rolle angewendet wird.
  • Menschen im Prozess behalten für hochvertrauenswürdige Interaktionen. TIAA's interne generative Plattform GAIT erreichte eine tägliche Akzeptanz von 85 Prozent bei den Mitarbeitenden, während kritische Entscheidungen Menschen vorbehalten blieben, die von KI unterstützt wurden.
  • Auf Resilienz und Governance bauen. Technologie-agnostisch bleiben, Cyber-Verteidigungen stärken und Prüfpfade sowie menschliche Aufsicht einbetten, besonders in regulierten Branchen.

Diese Schritte sind nicht glamourös, aber sie bilden die Grundlage für nachhaltige KI-Wirkung. Unternehmen, die KI als Anhängsel behandeln, riskieren, Jahre in Pilotprojekte zu investieren, die nie skaliert werden.

Was kommt als Nächstes für europäische Unternehmen?

Unternehmen in ganz Europa, die jetzt ihre digitale Basis neu verkabeln, werden in fünf Jahren besser positioniert sein, um zu konkurrieren. Der Fokus sollte von auffälligen Demo-Auftritten hin zu der weniger sichtbaren Arbeit des Datenbereinigens, der Aktualisierung von Altsystemen und der Neugestaltung von Prozessen, die zu den Fähigkeiten der KI passen, verschoben werden.